Mainz auf Schalke: Hält die königsblaue Serie?
Vierkampf an der Spitze, elf Teams spielen um den Klassenerhalt. Spannender als an diesem Wochenende könnte die Liga trotz der frostigen Temperaturen nicht sein. Den Anfang machte Borussia Dortmund. Der Meister setzte sich in Nürnberg durch und klettert auf Rang eins. Gefordert sind nun die Verfolger: der FC Bayern beim HSV, Schalke gegen Mainz und Gladbach in Wolfsburg. Ein echtes Kellerduell steigt am Sonntag, wenn Kaiserslautern den 1. FC Köln empfängt.
Am heutigen Samstag empfängt der FC Schalke 04 den 1. FSV Mainz 05. Bei den Königsblauen, die zuletzt fünf Liga-Siege in Serie feierten, soll Kapitän Höwedes nach Jochbeinbruch mit Gesichtsmaske auflaufen. Auch Raul (Wadenverletzung) könnte in die Startelf zurückkehren. Die Mainzer verpflichteten am letzten Tag der Transferphase mit Zidan einen alten Bekannten. Der Ägypter, der nach der Stadionkatastrophe von Port Said im Blickpunkt der Medien stand, streift sich nun schon zum dritten Mal in seiner Karriere das Trikot der abstiegsbedrohten Rheinhessen über.
Gladbach auf schwierigem Terrain
Borussia Mönchengladbach fährt als Tabellenvierter mit breiter Brust nach Wolfsburg. Die "Wölfe" kassierten in dieser Saison schon 36 Gegentore, nur Freiburg (43) und Köln (40) mussten den Ball häufiger aus dem eigenen Netz holen. Ganz anders die Borussia: Zwölf Gegentore nach 19 Spieltagen sind Rekord in der langen Bundesligageschichte der Fohlen. Doch Wolfsburg ist für Reus & Co. ein schwieriges Pflaster, schließlich gingen die vergangenen sechs Partien in der Autostadt allesamt verloren.
Stress in der Hauptstadt
Unruhe herrscht bei Aufsteiger Hertha BSC vor dem Spiel gegen Hannover 96. Nach der chaotischen Trennung von Markus Babbel übernahm Michael Skibbe den Trainerjob in der Hauptstadt und hatte einen denkbar schlechten Start. Zwei Niederlagen in Nürnberg (0:2) und gegen den HSV (1:2) zogen die Berliner mitten in den Abstiegsstrudel. Wie angespannt die Stimmung ist, zeigt eine verbale Auseinandersetzung zwischen Lell und Skibbe in der Kabine, die auch noch an die Öffentlichkeit kam. "Wir haben einen gut zusammengesetzten Kader, der das Zeug hat, die Klasse zu halten", glaubt Skibbe, obwohl gegen die Niedersachsen mit Lell (gesperrt und verletzt), Mijatovic (Gelbsperre), Janker (Jochbeinbruch) und Franz (Kreuzbandriss) vier Defensivspieler fehlen. Neuzugang Bastians hofft deshalb auf einen Einsatz. Hannover schaffte gegen Nürnberg den ersten Bundesligasieg nach 96 Tagen. Doch jetzt muss Trainer Mirko Slomka auf Innenverteidiger Pogatetz verzichten, der für seine Tätlichkeit gegen Wollscheid nachträglich gesperrt wurde.
Was macht Dutt?
Die Partie zwischen Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart birgt auf beiden Seiten Konfliktpotenzial. Bei Bayer macht die Personalie Ballack Schlagzeilen. Spielt der Ex-Nationalspieler, oder muss er auf die Bank? Und wie reagieren die Fans auf den umstrittenen Trainer Robin Dutt? Dabei ist die Bilanz mit vier Rückrundenpunkten gar nicht schlecht. Viel düsterer sieht es bei den Schwaben aus: vier Niederlagen in Serie, nur ein Punkt aus sechs Spielen. Das Team von Coach Bruno Labbadia taumelt dem Tabellenkeller entgegen. Mit Ibisevic bekam Labbadia seinen Wunsch-Stürmer. Wird die Negativ-Serie nicht bald gestoppt, gerät der Trainer selbst in die Schusslinie.
Selbst Hoffenheim muss vor dem Gastspiel des FC Augsburg den Blick in der Tabelle nach unten richten. Die Kraichgauer liehen sich als Ibisevic-Ersatz Lakic aus Wolfsburg. Ob der nach seinem enttäuschenden Halbjahr beim VfL sofort als Torjäger glänzen kann? Augsburg verstärkte sich ebenfalls auf den letzten Drücker mit einem Wolfsburger: Koo soll helfen, den Neuling in der Klasse zu halten.
Fink will Bayern ärgern
Um 18.30 Uhr empfängt der Hamburger SV den FC Bayern München. HSV-Trainer Thorsten Fink freut sich auf ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein, für den er zwischen 1997 und 2006 spielte. Mit dem 2:1-Auswärtssieg in Berlin haben sich die Hanseaten wieder etwas Luft verschafft. An Selbstbewusstsein mangelt es den Rot-Hosen ohnehin nicht. Sportchef Frank Arnesen und Fink werden nicht müde, die Mannschaft stark zu reden. Die Bayern ließen der Niederlage in Gladbach einen Pflichtsieg gegen Wolfsburg folgen. Jetzt soll eine Serie, - wie in der Vorrunde, als sechs Bundesligasiege in Folge gelangen, - gestartet werden. Dabei fehlen Jupp Heynckes mit Sicherheit der Ex-Hamburger van Buyten (Fußbruch) und Rafinha (Gelbsperre).
Freiburg unter Druck
Am Sonntag empfängt zunächst Schlusslicht Freiburg Werder Bremen. Für den Sportclub gehen die Wochen der Wahrheit weiter. Nach dem Auftakt-Sieg gegen Augsburg unterlagen die Breisgauer glatt in Mainz. Ob der Abgang von Cissé tatsächlich im Kollektiv verkraftet werden kann? Immerhin haben Trainer Christian Streich und Manager Dirk Dufner den Kader im Winter mit sechs Neuen und sieben Abgängen gehörig durcheinandergewirbelt. Freiburg verlor die letzten vier Bundesliga-Heimspiele gegen Bremen mit einer Torbilanz von 3:19. In Bremen betrachtet man die Situation realistisch. Die Champions League ist kein Thema, Platz fünf oder sechs soll es aber schon sein. Aus Wien holten die Hanseaten zuletzt mit Junuzovic einen hochtalentierten Mittelfeldspieler in die Bundesliga.
Abstiegskrimi am Betzenberg
Zum Abschluss des Spieltags steht Abstiegskampf auf dem Programm, wenn Kaiserslautern den 1. FC Köln erwartet. Der FCK kommt nach zwei Unentschieden nicht aus dem Tabellenkeller, in dem sich der FC nach zwei Niederlagen wiederfindet. Ausgerechnet Podolski, bester Kölner Torschütze (15 Treffer), fällt jetzt auch noch wochenlang aus. Ob der Nordkoreaner Chong Tese von Zweitligist Bochum den Nationalspieler ersetzen kann? Eine von vielen Fragen rund um das Geißbock-Heim.
Bender verletzt, Kehl ebnet den BVB-Weg
Borussia Dortmund hat den Spieltag am Freitagabend mit einem 2:0 beim 1. FC Nürnberg eröffnet. Wer dachte, dass sich Nürnberg hinten einigeln würde, sah sich getäuscht. Der Club spielte gegen den Meister munter mit und setzte die ersten Ausrufezeichen. Die Versuche von Maroh und Simons konnte der BVB gerade noch von der Linie kratzen, Pekhart hatte aus kurzer Distanz das Visier nicht richtig eingestellt. Die Klopp-Elf taute bei frostigen Temperaturen langsam auf: Lewandowski, Großkreutz und Kagawa ließen Großchancen jedoch ungenutzt. Pech für Dortmund, dass sich Bender bei einem Zweikampf verletzte und ausschied. Zu Beginn von Durchgang zwei wurde Nürnberg durch Kehl eiskalt erwischt. Der BVB spielte die Partie in der Folge gegen die äußerst bemühten Franken kontrolliert herunter und legte durch Joker Barrios nach. Die Westfalen bauten ihre Erfolgsserie auf 14 Spiele ohne Niederlage aus - und auch die Bilanz gegen den Club, der nur einen Sieg in den letzten 24 Bundesliga-Spielen gegen den BVB holte.
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