Oostendebericht 07

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FDaves
Kloputzer
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Registriert: 22.03.2007 12:49

Oostendebericht 07

22.03.2007 12:53

Hallo Leute. Ich bin neu hier. Mein Name ist Francis Spencer Daves. Ich bin leidenschaftlicher Borussiafan. Näheres zu meiner Person findet ihr in meinem Profil, oder hier im Bericht.
Viel Spaß...

Diesmal ging es an den Fluss Oost und damit auch an die sonnige Nordsee (was mir bei Planung der Reise gar nicht so bewusst war, ein netter Nebeneffekt). Mit dabei war die ständige Ungewissheit, wie sich meine geliebte Borussia gegen die alte Dame Hertha schlagen würde... Ich entschied mich für dieses verlängerte Wochenende, da ich von mehreren Leuten nur positives über diese wunderbare Spielerei der Natur (Oost) gehört hatte, und da ich die Möglichkeit besaß, dort (in der westbelgischen Stadt Oostende) die Wohnung meines Schwippschwagers (das Domizil Kaiser) zu bewohnen.
Anna und die Kids verblieben derweil in Köln, da wir gemeinsam entschieden, dass im Zuge des Klimawandels die Natur zu schonen und zu bewahren sei. Na klar! Ein voll beladenes Auto verbraucht wesentlich mehr Kerosin, als ein allein fahrender Daves.
Jetzt aber viel Spaß mit dem Oostendebericht
An einem Donnerstag ging es los…

Oostendebericht 07

Prologue

Da fuhr ich also im Wagen meiner Frau Anna auf der Aachenerstr. in Köln Richtung Autobahn. Auf der Fahrt begleitete mich die ständige Ungewissheit, wie sich meine geliebte alte Dame Borussia gegen die Herthaner aus der Hauptstadt schlagen würde.
Als ich gerade auf die Autobahn auffahren wollte (Höhe Köln-Weiden – eine Kreuzung war noch zu überqueren), fiel mir etwas Unangenehmes auf: K-L-5006!!
Es handelte sich dabei um einen Ford Mondeo TDCI.
Auf eine äußerst penetrante Art und Weise drängelt sich ein silbernes Fahrzeug vor Daves. Zu allem Überfluss fuhr das motorisierte Mobil gefühlte Schrittgeschwindigkeit, so dass Daves’ Reise vor der ersten Zerreißprobe stand. Nervtötend und ermüdend war diese Fahrerei hinter „Ludwig“, wie ich das silberne Flaggschiff taufte (anders konnte ich mir das L im Kennzeichen nicht erklären). Auf der Autobahn fuhr ich endlich vorbei und erhaschte einen Blick auf den ungeliebten Fahrer: Ein Mann wie Ludwig „Wiggerl“ Kögl. Ein Spieler, der bei mir noch heute höchstes Ansehen genießt.
Was hat den ehemaligen Rechtsaußen aus dem Schwabenländle wohl hier ins Rheinland getrieben? Das Bier wird es nicht gewesen sein, ist doch der deutsche Meister von 1991 (Zögling Daums) nie als unnormaler Lebemann á la El Insua aufgefallen.
Stopp Daves, Halt! Du träumst, es handelt sich nicht um Ludwig Kögl. Um Gottes Willen, ein Sekundenschlaf. ES IST NICHT KÖGL!!
Ich beschloss mir ein Spiel auszudenken, um nicht noch mal in so eine Schlaffalle zu tappen.
Daves sitzt im Cockpit einer hochmodernen, hypertechnisierten Formel 1 Bolide:
Die Motoren heulen, der Geruch von Gummi und Kerosin liegt in der Luft.
Ich fuhr im Windschatten meines Gegners. Dieser dreht ab und wechselt auf die rechte Spur. Boxenstopp! Jetzt konnte es nur um eines gehen: Möglichst viele Sekunden herausfahren, um im Falle des eigenen Boxenstopps (Burger King) die Führung behalten zu können.
Auf Dauer wurde dieses Spiel allerdings zu aufregend. Ich schaltete das Radio ein und erwischte die WDR 2 Nachrichten. Neue, äußerst beunruhigende Details bezüglich des Klimawandels, dann der Sport. Auf einmal geht es Blitzschnell. Pander weg – Ziege da.
Daves fährt wie in Trance. Kann das seyn? Habe ich wirklich richtig gehört? Wo nichts ist da kann nichts seyn, wo nichts ist da kann nichts…Schluss damit, auf’s Fahren konzentrieren.
Nach einer langen monotonen Fahrt, passierte Daves die belgische Grenze. Ich fühlte mich leblos. Ich öffnete das Fenster, um etwas Luft in die Muffbude zu bekommen.
Schwippschwager Kaiser hatte eindringlich darauf hingewiesen, dass man sich in Lüttich zwischen schwarz oder weiß zu entscheiden hätte. Ein Schild, zwei Richtungen, keine davon bekannt. Höchste Zeit für den Falk-Faltatlas. Ok, da geht’s nach Luxembourg, dort…
In der Provinz Vlaams-Brabant passierte es: Eine heftige Windböe erfasste das Fahrzeug. Ehe ich mich versah flog mir der Atlas um die Ohren. Und weg…wo war er? Ein Blick in den Rückspiegel lüftete das Geheimnis. Der Faltatlas hatte sich die längste Zeit in Daves’ Besitz befunden. Das schlimmste aber war, dass der Blick auf den Atlas nicht gereicht hatte, um den Weg zu finden. Lüttich (der Wendepunkt der Gezeiten) lag nun in Sichtweite, so musste Daves etwas tun, was er hasste - er ging ein Risiko ein: Nur noch Daves Bauch entschied jetzt, ob Daves in Oostende ankam oder sonst wo. Hätte man diese Szene verfilmt und an dieser Stelle einen Schnitt gesetzt, die nächste Einstellung hätte einen herumkurvenden Renault Clio, mit Kölner Kennzeichen und einem konfusen Engländer am Steuer, im Stadtkern von Lüttich gezeigt. Mit anderen Worten, Daves hatte sich verfahren. Doch nun kamen mir die, beim britischen Militär erworbenen, hervorragenden Ortskenntnisse zu Gute. Sicherlich waren meine Französich-Kenntnisse etwas eingerostet, aber die Orte Toutes und Autres, in der Provinz „Direction“, lagen auf dem Weg nach Oostende. Das war so, Daves wusste das.
20 min. später befand ich mich wieder im Formel 1 Cockpit auf der Autobahn.
Es wurde langsam dunkel und ich näherte mich unaufhaltsam dem Zielort (Ieperstraat – in Oostende – Staad an Zee). Langsam nahmen die ungeformten Gedanken in meinem Kopf Kontur an. Es stimmte. Pander war endlich weg. Das war aufgrund der jüngsten sportlichen Entwicklung absehbar. Doch bringt uns das dem Klassenerhalt auch nicht gerade näher.
Ziege war nun da. Er war da. Nicht Effenberg. Aber Ziege. Das war ein Paukenschlag. Sicherlich ein seriöser und intelligenter Sportsmann, doch Management Erfahrung…? Na ja. Daves war jetzt fast am Ziel. Autobahn verlassen, ab in den Kreisverkehr, rein ins Glück. Dieses ist jedoch von kurzer Dauer.Wieder ein langsames Fahrzeug, das den ganzen Fluss behinderte. Wieder ein TDCI. Kölner Kennzeichen… K-L-5006. Kann das seyn? LUDWIG. Ein Stück Heimat, ein Stück vom Himmel. Ich hatte am Ende meinen Frieden mit ihm gemacht. Langsam aber erheitert bog ich in die Zielstraße ein.
Schwager Kaiser hatte Daves noch einen interessanten Hinweis gegeben: In einer Tiefgarage in der Nähe des Appartements befand sich der Parkplatz Kaiser. Ganz außen, in einem Zug nur „schwerlich bis unmöglich“ (so Kaiser der Weise wörtlich) zu erreichen.
Ich versuchte mein Glück, und schaffte es tatsächlich in einem Zug. Gauthama hatte mir beigebracht, dass Mut, Konzentration, Hingabe und Ruhe wahre wunder wirken können. Ich verließ die Tiefgarage und betrat das Domizil. Dabei fühlte ich mich stärker als je zuvor…
In Kürze folgt Teil 2!

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