Irgendwie war es wie in so vielen Beziehungen: Die Partner haben sich auseinander gelebt, und am Ende steht eine Trennung, die niemand so recht zu erklären vermag. So verhält es sich bei Lincoln und seinem einstigen Herzensverein FC Schalke 04. Der Brasilianer, im Pott ob seiner Spielweise lange gefeiert als Antipode zum grauen Alltag, geht - der Transfer ist perfek
Donnerstagabend einigten sich beide Klubs
Nach tagelangen Transferpoker ist der Wechsel nun perfekt. „Ja, die Verträge sind fertig - Lincoln geht zu Galatasaray“, sagte S04-Manager Andreas Müller der Bild-Zeitung. Rund fünf Millionen Euro soll Galatasaray für Lincoln bezahlen. Laut türkischen Medienberichten wird der 28-Jährige in Istanbul 2,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Am Montag soll der Mittelfeldspieler bei Galatasaray, das in der kommenden Saison vom deutschen Coach Karl Heinz Feldkamp trainiert wird, vorgestellt werden. Lincolns Vertrag wäre auf Schalke noch bis 2008 gelaufen, eine Vertragsverlängerung hatte der Brasilianer abgelehnt.
Im Gegenzug hat Schalke den Schweizer U21-Nationalspieler Ivan Rakitic vom Cupsieger FC Basel für die kommenden vier Jahre verpflichtet. Er hat bereits am Mittwoch die sportmedizinische Untersuchung bei Schalke absolviert. Der 19-Jährige soll fünf Millionen Euro kosten
Slomka macht Lincoln für das Verpassen der Meisterschaft verantwortlich
Dennoch bauen sie auf Schalke schon jetzt nicht mehr auf Lincoln. Weil vor allem Trainer Mirko Slomka das Verpassen der Meisterschaft zuvorderst am unbeständigen Regisseur festmacht, sollen demnächst andere das Spiel lenken. Dem talentierten Türken Mesut Özil (18) trauen Müller und Slomka das ebenso zu wie Rakitic. Der 19-Jährige vom FC Basel soll fünf Millionen Euro kosten, eben jene Ablöse, die Schalke für Lincoln erwarten darf.
abei galt der Brasilianer lange Zeit als unantastbar auf seiner Position. Selbst Branchenprimus Bayern München wollte den 28-Jährigen noch im vergangenen Sommer als Ersatz für Michael Ballack verpflichten. Doch fortgesetzte Unbeherrschtheiten ließen die Vorliebe für den Spielgestalter erkalten – in München und auch auf Schalke. Zuletzt boxte sich Lincoln mit einem Fausthieb gegen Leverkusens Bernd Schneider selbst aus dem Team. Während seiner fünfwöchigen Verbannung auf die Tribüne verbuchte Schalke nur sieben Punkte. Müller sagte: „Diese Sperre hat uns hart getroffen.“ Und sie war das wohl schlagkräftigste Argument für die vorzeitige Trennung.

