WM 2026: Fan-Organisationen verklagen FIFA vor der EU-Kommission

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Jenny
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WM 2026: Fan-Organisationen verklagen FIFA vor der EU-Kommission

26.03.2026 11:15

1. Der Vorwurf: Machtmissbrauch und Monopolstellung
Am Dienstag, den 24. März 2026, haben die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) und die Verbraucherschutzgruppe Euroconsumers offiziell Beschwerde bei der Europäischen Kommission in Brüssel eingereicht. Der Kernvorwurf lautet: Die FIFA missbraucht ihre Monopolstellung beim Ticketverkauf, um Fans "unfaire und überhöhte Preise" sowie undurchsichtige Kaufbedingungen aufzuzwingen. Da die FIFA ihren Sitz in der Schweiz hat, aber Tickets an Millionen EU-Bürger verkauft, ist die EU-Kommission für Wettbewerbsfragen zuständig.

2. Die "unverschämten" Zahlen im Vergleich
Die Kläger führen mehrere Punkte an, die den massiven Preissprung verdeutlichen:

Final-Wucher: Die günstigsten, regulär verfügbaren Tickets für das Finale in New Jersey starten aktuell bei 4.185 US-Dollar. Das ist mehr als das Siebenfache des Preises für das billigste Finalticket der WM 2022 in Katar. Zum Vergleich: Bei der EM 2024 in Deutschland kosteten die günstigsten Finalkarten rund 100 Euro.

Gebrochene Versprechen: Ursprünglich hatte das Bewerber-Team aus den USA, Mexiko und Kanada Preise ab 21 Dollar in Aussicht gestellt. Tatsächlich kosteten die billigsten Karten in der ersten Verkaufsphase 60 Dollar – und waren laut FSE fast sofort vergriffen ("Lockvogelangebot").

Dynamic Pricing: Kritisiert wird zudem die "dynamische Preisgestaltung", bei der die Preise innerhalb einer Verkaufsphase ohne Vorwarnung um bis zu 25 % gestiegen sind.

3. Die Forderungen der Kläger
Die Organisationen fordern von der EU-Kommission sofortige Maßnahmen, noch bevor das Turnier im Juni beginnt:

Ein Stopp des Dynamic Pricing (Preisanpassung nach Nachfrage).

Ein Einfrieren der Preise für die nächste Verkaufsphase im April auf dem Stand von Dezember 2025.

Transparenz: Die FIFA soll verpflichtet werden, mindestens 48 Stunden vor Verkaufsstart die genaue Anzahl der verfügbaren Tickets pro Kategorie zu veröffentlichen.

4. Reaktion der FIFA
FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigte die Preispolitik zuletzt beim UEFA-Kongress. Er betonte, dass die Einnahmen direkt in die Entwicklung des Fußballs weltweit (in alle 211 Mitgliedsverbände) reinvestiert würden. Trotz der Klage meldet die FIFA weiterhin Rekordzahlen: In der letzten Verkaufsphase gab es über eine halbe Milliarde Ticketanfragen.
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