FC-BOSSE SCHÄUMEN
Weizen-Party im Hotel - Meier schrieb Abmahnungen
Sie schufteten. Unter sengender, österreichischer Sonne. Zehn harte, zehn lange Tage. Und wer so hart malocht, dachten sich sechs FC-Profis, darf doch wohl auch ein wenig feiern, oder etwa nicht?
Also traf sich das halbe Dutzend lebenslustiger Spieler am Abend vor der Abreise aus dem Falkensteiner Hotel in Tröpolach auf einem Zimmer. Weil es in Tröpolach kein Kölsch gab, bestellten sie zünftiges Weizenbier. Schnell stellte sich prächtige Laune ein.
Als dann ein musikalisch begabter FC-Profi zur Gitarre griff und die ersten Akkorde anstimmte, wurde die Stimmung immer lustiger.
Der Haken an dieser an sich schönen Geschichte: Der Gesang der FC-Hobbymusiker schallte so laut durch den Hotelflur, dass sich Gäste bei der Rezeption beschwerten, schließlich war es bereits weit nach Mitternacht. Genau genommen 1.30 Uhr. Die Dame am Empfang leitete die Beschwerde an Roland Koch weiter.
Der Co-Trainer von Chefcoach Christoph Daum marschierte zum geselligen Ort des Geschehens, klopfte höflich an der Türe, ging hinein und erwischte seine Spieler in flagranti. Ein Profi wollte sich noch schnell verdrücken, Koch entdeckte den Schlingel und löste die Sause danach auf.
Natürlich landete der Vorfall auf dem Schreibtisch von Manager Michael Meier. Und der fand den „Kameradschaftsabend“ gar nicht so lustig. „Wir haben Maßnahmen ergriffen“, sagte Meier am Mittwoch dem EXPRESS, „unsere Aufgabe ist es, auf die Disziplin zu achten.“
Nach EXPRESS-Informationen schrieb Meier Anfang dieser Woche sechs Abmahnungen an die Sünder. Arbeitsrechtlich so etwas wie eine Höchststrafe. Schließlich kann eine Abmahnung in der Personalakte vermerkt werden. Und: Bei einem abermaligen Vorfall könnte der FC die beschuldigten Spieler entlassen.
Die betroffenen FC-Stars prüfen, ob und wie sie gegen die Abmahnung vorgehen können. Für den Kölner Arbeitsrechtler Norbert Nasse bestehen gute Chancen, dass ein Widerspruch Erfolg haben könnte. „Schließlich handelt es sich nicht um ein schwerwiegendes Fehlverhalten.“
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