
München - Die ganze Bundesliga bejubelt Franck Ribery.
Doch im Schatten des überragenden 25-Millionen-Euro-Neuzugangs von Olympique Marseille gerät ein weiterer Garant für die souveräne Tabellenfühurng des FC Bayern München fast in Vergessenheit: die Abwehr.
Egal, wen "Rotations-Weltmeister" Ottmar Hitzfeld in der Viererkette auflaufen lässt, die Defensivreihe steht wie eine Wand.
Jagd auf Bremens Rekord
Der FC Bayern ist auf dem besten Weg, den Rekord von Werder Bremen aus der Saison 1987/88 mit 22 Gegentoren zu brechen.
Das letzte Mal musste Oliver Kahn am 21. Spieltag gegen den Hamburger SV (1:1) beim Treffer von Ivica Olic hinter sich greifen. Danach spielte der Rekordmeister in der Liga viermal in Folge zu null.
Geht es nach Marcell Jansen, wird das so weitergehen. "Im Moment ist jeder heiß darauf, zu null zu spielen", sagte der Linksverteidiger nach dem 2:0 gegen Karlsruhe.
Höchstes Lob von Kahn
Auch Kahn will in seinem letzten Jahr als Profi nochmal eine neue Bestmarke aufstellen. "Wir sind ehrgeizig genug, um den Rekord zu holen", erklärte der Keeper und zollte seinen Vorderleuten höchstes Lob:
"Das ist die beste Defensive, mit der ich je beim FC Bayern gespielt habe. Wir sind unglaublich konstant und machen kaum Fehler."
Sorgenkind wird zum Sieggarant
Dabei war die Abwehr bei Hitzfelds zweitem Amtsantritt das große Sorgenkind. "Als wir im Frühjahr 2007 hier übernommen haben, hatten wir große Probleme", gab Co-Trainer Michael Henke zu. "Wir haben hart daran gearbeitet, um die die defensiven Muster zu automatisieren."
Dass dies seine Zeit braucht, war für Henke klar. "Mit zunehmender Dauer der Saison wird es immer besser."
Van Buyten als großer Gewinner
Erstaunlich dabei ist, dass trotz aller Wechsel die Abstimmung in der Abwehr problemlos funktioniert. "Wir arbeiten im Training sehr gut und jeder weiß dann auf dem Platz, was er zu tun hat", erklärte Daniel van Buyten.
Der Belgier ist als der große Gewinner der von Hitzfeld wieder eingeführten Rotation. In den letzten sieben Spielen stand der 30-Jährige als einziger der sieben Verteidiger von Beginn an auf dem Spielfeld.
In der Hinrunde waren es dagegen zumeist Lucio und Martin Demichelis, die die Innenverteidigung bei den Münchnern bildeten.
"Die können auch mal hinlangen"
Van Buyten gibt das Lob für die gute Defensivleistung an das Team weiter: "Die ganze Mannschaft arbeitet nach hinten mit und das macht uns im Moment so erfolgreich."
Ähnlich sieht es auch Jansen. "Diejenigen, die vor der Abwehr spielen, stehen sehr kompakt und sind stark in den Zweikämpfen. Sie spielen nicht nur schönen Fußball, sondern können auch mal hinlangen."
Schwere Brocken aus dem Weg
Dank der Defensive, den Offensivkünsten von Ribery und den Torjäger-Qualitäten von Luca Toni (14 Treffer) scheint den FC Bayern niemand mehr vom 21. Titel abbringen zu können. Sieben Punkte Vorsprung zu diesem Zeitpunkt der Meisterschaft hat der FCB noch nie verspielt.
Mit Leverkusen wartet zudem nur noch ein Gegner aus den Top-Fünf der Tabelle, die großen Brocken Bremen, Hamburg und Schalke haben sie bereits aus dem Weg geräumt.
Trotzdem bleibt Hitzfeld zurückhaltend: "Ich traue dem Braten noch nicht", sagte der Chefcoach. "Zwei, drei Unentschieden und schon ist der Vorsprung wieder weg."
Schwächephase in der Hinrunde
Schließlich verspielten die Münchner in der Hinrunde zwischen dem 12. und 17. Spieltag einen Sechs-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Bremen. In die Winterpause gingen beide Klubs punktgleich mit 36 Zählern.
Und auch die einzige Niederlage vor der Winterpause setzte es in dieser Zeit bei Meister VfB Stuttgart. Duisburg und Frankfurt konnten den Bayern ein 0:0 abringen.
"Wir werden Deutscher Meister"
Henke warnt gerade vor den sogenannten "Kleinen": "Man hat gesehen, wie wir uns gegen Duisburg und Frankfurt die Zähne ausgebissen haben. Es gibt keine leichten Gegner in der Liga", sagte der 50-Jährige.
"Die Mannschaften sind immer topmotiviert, wenn es gegen den FC Bayern geht. Da müssen wir in jedes Spiel mit der Einstellung gehen, als ginge es gegen Bremen."
Dennoch ist auch der Co-Trainer vom Titelgewinn überzeugt: "Wenn wir so weiter arbeiten und konzentriert bleiben, dann bin ich mir sicher, dass wir Deutscher Meister werden. Aber der große Vorsprung ist sicher kein Grund, die Saison schon abzuhaken."
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