Ein bisschen Hoffnung
Christoph Daum sieht krank aus - und er ist es auch. „Wenn man kleine Kinder hat“, sagt der FC-Trainer mit rauer Stimme, „dann hat man dauernd Infektionen im Haus.“ Daum ist stark erkältet, er krächzt sich aber tapfer durch die Pressekonferenz vor dem Zweitliga-Heimspiel des 1. FC Köln gegen den SC Freiburg am Sonntagmittag (14 Uhr, Rhein-Energie-Stadion). „Wenn wir im Mittelfeld kompakt stehen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir ihnen auch Probleme bereiten können. Sie sind nicht unverwundbar“, meint der Coach, der dem von Volker Finke gecoachten Fußballteam aber „durchaus den Aufstieg“ zutraut.
Der SC Freiburg ist ein unangenehmer Gegner für die Kölner. Denn das spielstarke Team aus dem Breisgau hat genau das vorgeführt, was den Kölnern in ihren kühnen, aber unerfüllten Träumen vorschwebte: Der SC legte in der Rückrunde eine rasante Serie hin: 29 Punkte aus elf Spielen holten die seit zwölf Begegnungen ungeschlagenen Freiburger, die nun als Tabellenfünfte bei einem Spiel weniger vier Punkte hinter Aufstiegsplatz drei liegen. Der FC fuhr dagegen trotz zahlreicher Spielereinkäufe sieben Rückrundenpunkte weniger ein. Dennoch sieht Daum eine „vergleichbare Aufwärtstendenz“.
Daum: Team hat sich gesteigert
Auch sein Team habe sich gesteigert, immerhin rangiert der FC auf Position drei der Rückrundentabelle (hinter Freiburg und Fürth). Den Grund für den Rückstand auf Freiburg sieht Daum darin, dass „sie sich schneller als Mannschaft gefunden haben“. Sein Kölner Team habe man zwar in der Winterpause mit neuen Spielern ausgestattet, die Transfers hätten jedoch nicht den „erhofften Unterschied“ ausgemacht. „Außerdem kam dadurch vielleicht etwas Unruhe rein.“ Und sowieso gehe es in Freiburg insgesamt etwas ruhiger zu als in Köln, glaubt der 53-Jährige.
Trotz der elf Zähler, die den 1. FC Köln am Freitagabend von Rang drei trennten, mag Daum seine Aufstiegshoffnungen nicht komplett aufgeben. Er plane momentan zwar „für die Zweite Liga“, berichtet er. Das „Hintertürchen Erste Liga“ halte er sich aber weiter offen.
Daums Erfolgsplan ist simpel: Erst muss Freiburg geschlagen werden, dann 1860 München, Fürth, Duisburg, Offenbach und zuletzt Kaiserslautern. Gleichzeitig sollten die vor dem FC liegenden Vereine für die Kölner günstige Ergebnisse liefern: „Dann ist vielleicht noch etwas drin.“ Seine Profis seien jedenfalls davon überzeugt, dass der Aufstieg noch „machbar“ sei. „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr, sehr positiv.“
Zu den Worten des Trainers passt die optische Untermalung: Daum trägt eine knallig grüne Krawatte. Grün - die Farbe der Hoffnung.
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