Zwei Neue brachte VfB-Cheftrainer Armin Veh beim Bundesliga-Gastspiel in Leverkusen im Vergleich zum 2:0-Pokal-Erfolg unter der Woche gegen die Berliner Hertha. Der wieder vollständig genesene Kapitän Fernando Meira rückte in die Innenverteidigung an die Seite von Matthieu Delpierre und Serdar Tasci deshalb eine Position nach außen auf den Posten des Rechtsverteidigers, weshalb Ricardo Osorio nur ein Platz auf der Bank blieb. Zudem ersetzte Marco Streller im Angriff Mario Gomez, der aufgrund einer Zerrung im linken Oberschenkel nicht zur Verfügung stand.
Der VfB begann gut, denn gleich der erste Angriff war gefährlich, da Cacau einen Pass in die Tiefe geschickt passieren ließ, so dass Marco Streller freie Bahn hatte. Kurz vor der Strafraumgrenze wurde der Schweizer aber von Karim Haggui durch einen Rempler gestoppt, den folgenden Freistoß von Thomas Hitzlsperger blockte ein aus der Mauer herauseilender Bayer-Akteur schließlich ab. Leverkusens Antwort folgte nach knapp vier Minuten. Eine Flanke von Gonzalo Castro beförderte Andrey Voronin auf das VfB-Tor, verfehlte das Ziel aber, da Serdar Tasci noch den Fuß dazwischen gebracht hatte. Wenig später war es erneut Marco Streller, der für Gefahr sorgen konnte. Eine Hereingabe von Roberto Hilbert beförderte der lange Angreifer aber mit dem Außenrist am kurzen Pfosten des Bayer-Kastens vorbei. Und auch die dritte VfB-Chance gehörte Marco Streller. Sami Khedira hatte Cacau mit einem Steilpass geschickt und der Brasilianer legte die Kugel von der Grundlinie zurück auf Roberto Hilbert. Dessen Schuss wurde abgefälscht und landete vor den Beinen von Marco Streller, der anstatt gleich abzuziehen sich die Kugel auf den stärken linken Fuß legen wollte und deshalb am Ende noch von der Leverkusener Hintermannschaft ausgebremst werden konnte. Statt einer durchaus möglichen VfB-Führung gab es wenig später einen Rückstand zu beklagen. Nach einer Ecke wurde der Ball nicht ausreichend geklärt, weshalb Bernd Schneider zum Flanken kam.
Seine Hereingabe wurde unglücklich von Ludovic Magnin verlängert und landete bei dem ungedeckten Andrey Voronin, der aus Nahdistanz nur noch abstauben musste. Und nur zwei Minuten später lag der Ball erneut im VfB-Tor. Eine Hereingabe von Marko Babic konnte Paul Freier aus wenigen Metern Entfernung ins kurze Eck köpfen, da die VfB-Hintermannschaft nicht entschlossen genug verteidigte.
Ein Kopfball von VfB-Kapitän Fernando Meira nach einer Freistoßflanke konnte zwei Minuten danach nicht für eine Ergebnisverbesserung sorgen, da der Versuch des Portugiesen links am Pfosten des Bayer-Tores vorbei strich. Auch Sami Khedira hatte kein Glück, denn sein Schuss nach schöner Vorarbeit von Cacau wurde abgefälscht und verfehlte das Ziel deshalb letztlich klar. Der VfB blieb in dieser Phase der Partie aber am Drücker und hatte nach einem Kopfball von Fernando Meira im Anschluss an eine Pardo-Ecke Pech, da Bernd Schneider auf der Torlinie für seinen bereits geschlagenen Keeper René Adler klären konnte. Da der VfB nach vorne drängte, boten sich den Hausherren Räume für schnelle Gegenstöße. So hatte die Veh-Elf Glück, dass Tranquillo Barnetta nach einer halben Stunde den Ball nicht unter Kontrolle bekam, als er den aus seinem Kasten geeilten Timo Hildebrand bereits ausgespielt hatte. Wenig später klärte der VfB-Schlussmann dann mit einer Fußabwehr gegen Paul Freier, der in halbrechter Position frei zum Schuss gekommen war. Das Spiel ging weiter hin und her. Zunächst verfehlte Thomas Hitzlsperger das Tor des Gastgebers aus der Distanz nur knapp und auf der anderen Seite setzte Andrey Voronin den Ball von der Strafraumgrenze aus an den linken Pfosten. Der VfB versuchte auch danach vorne Akzente zu setzen, was aber auf Kosten der Defensive ging, die weiter anfällig blieb, da nahezu alle VfB-Akteure nicht richtig in die Zweikämpfe kamen und Bayer meist einen Tick schneller war. So konnte die Mannschaft von Armin Veh froh sein, dass Paul Freier fünf Minuten vor der Pause nach einem Pass von Andrey Voronin aufgrund einer Abseitsposition zurückgepfiffen wurde, die zumindest sehr fraglich war. So ging es mit einem 0:2-Rückstand aus VfB-Sicht in die Kabinen, da zunächst klare Chance nicht genutzt wurden und hernach haarsträubende Abwehrfehler die Leverkusener zum Tore schießen einluden.Zum zweiten Durchgang kehrten beide Teams unverändert zurück auf den Platz und wie schon in der ersten Hälfte hatte Marco Streller gleich wieder eine Riesenchance. Der Schweizer versetzte Juan im Strafraum und zog anschließend ab, aber René Adler konnte einen Einschlag in seinem Gehäuse mit Glück und Geschick verhindern. Sekunden später war es dann Paul Freier zu verdanken, dass der VfB nicht noch höher in Rückstand geriet. Denn einen verunglückten Rückpass von Matthieu Delpierre bügelte Timo Hildebrand außerhalb des Strafraumes gegen Freier aus, der etwas glücklich in Ballbesitz blieb und die Kugel danach am vollkommen verwaisten VfB-Tor vorbei schob. Und auch Andrey Voronin verpasste in halbrechter Position danach eine gute Möglichkeit zu einem weiteren Treffer. Der beste VfB-Spieler, Mittelfeldmann Pavel Pardo, schickte nach 54 Minuten dann Marco Streller auf die Reise, aber der Schweizer wurde von Karim Haggui an der Strafraumgrenze noch fair gebremst. Aber nicht nur dem Schweizer auf VfB-Seite fehlte beim Abschluss die notwendige Fortune, sondern auch Leverkusens Tranquillo Barnetta hatte nach einer knappen Stunde das Visier nicht richtig eingestellt, als er an der Strafraumgrenze frei zum Schuss kam und die Kugel weit über das Tor jagte. Auf der anderen Seite holte René Adler einen Kopfball von Roberto Hilbert aus dem Eck und rettete zur Ecke, in deren Folge Ludovic Magnin die Kugel aus der Distanz knapp links am Tor vorbeisetzte. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Mannschaften blieb aber die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, die der aufgerückte Innenverteidiger Juan nach 61 Minuten für Bayer beim 3:0 unter Beweis stellte, als der Brasilianer einen Freistoß von Bernd Schneider gekonnt mit der Hacke ins Tor lenkte. Wenig später lief der VfB schließlich in einen Konter der Hausherren, an dessen Ende Tranquillo Barnetta im Zentrum eine Hereingabe von Bernd Schneider nur um Haaresbreite verfehlte. Beim VfB ging in dieser Phase nicht mehr viel zusammen und so war es Timo Hildebrand zu verdanken, dass es Mitte der zweiten Hälfte nicht noch ein weiteres Gegentor zu beklagen gab. Einen Schuss von Andrey Voronin konnte der VfB-Schlussmann mit Bravour entschärfen.Aber auch sein Gegenüber zeigte Sekunden danach seine Klasse. Cacau flankte per Fallrückzieher ins Zentrum auf den gerade erst für Thomas Hitzlsperger eingewechselten Alexander Farnerud, dessen satten Linksschuss aus acht Metern Adler mit einem sensationellen Reflex über die Latte lenkte. Nach der folgenden Ecke verzog Matthieu Delpierre mit links aus 16 Metern nur knapp. Beim VfB kam danach mit Benny Lauth für Marco Streller ein weiterer frischer Mann ins Spiel. Cacaus achtes Saisontor sorgte nach 74 Minuten für eine leichte Ergebniskosmetik. Nachdem Ludovic Magnin in der Folge eines Zweikampfes am Boden liegen blieb, schien die Bayer-Mannschaft irritiert darüber, dass die Partie fortgesetzt wurde. So konnte Roberto Hilbert einen Steilpass auf der rechten Seite erlaufen und in die Mitte zu Benny Lauth passen, dessen Versuch aus Nahdistanz René Adler zwar parierte, aber Cacau versenkte den Abpraller anschließend per Kopf zum 1:3. Beide Teams tauschten danach aus. Bei Bayer kam Stefan Kießling für Paul Freier aufs Feld, beim VfB ersetzte Arthur Boka den angeschlagenen Ludovic Magnin. Der VfB hatte durch den Anschlusstreffer offensichtlich Lust auf mehr bekommen. So traf Cacau mit einem fulminanten Schuss nur die Querlatte und Benny Lauth setzte eine Hereingabe von der linken Seite am kurzen Pfosten des Bayer-Tores vorbei. Der VfB-Winter-Neuzugang versuchte es wenig später erneut und nur Juans Hacke verhinderte Schlimmeres. Eine noch viel klarere Chance ließ Alexander Farnerud nach 84 Minuten liegen, als der Schwede eine Hereingabe von rechte aus Nahdistanz knapp über den Querbalken drosch. Bayers Konterversuche wären fünf Minuten vor Schluss beinahe noch von Erfolg gekrönt gewesen, als Fernando Meira in höchster Not eine Hereingabe vor dem einschussbereiten Tranquillo Barnetta zur Ecke klären konnte. Bayer-Coach Michael Skibbe wollte zwei Minuten vor dem Ende mit der Einwechslung von Jan-Ingwer Callsen-Bracker für Andrey Voronin den Sieg sicher und die in der Schlussphase mehrfach schwimmende Abwehr stärken. Die letzte erwähnenswerte Szene des Spieles war die Auswechslung von Bernd Schneider in der Nachspielzeit gegen Pirmin Schwegler.In einem über weite Strecken kurzweiligen, weil von beiden Seiten offensiv geführten Spiel unterlag der VfB am Ende Bayer Leverkusen vom Ergebnis her klar, da die Mannschaft von Armin Veh im Gegensatz zu den Hausherren ihre zum Teil klaren Torchancen nicht konsequent nutzte. Schon vor dem 0:1-Rückstand hätte die Veh-Elf in Führung gehen können. Auch nach dem zweiten Gegentreffer gab es auf beiden Seiten brauchbare Gelegenheiten. Der dritte Bayer-Treffer durch Juan schien die Entscheidung zu sein, da der VfB Mitte der zweiten Hälfte total verunsichert wirkte. Dank Cacaus Anschlusstor wachte die Veh-Elf aber nochmals auf und verpasste es mit glasklaren Chancen der eingewechselten Alexander Farnerud und Benny Lauth doch noch zu einem unverhofften Punktgewinn zu kommen. Vielleicht fehlte dem VfB am Ende einfach die Kaltschnäuzigkeit eines Mario Gomez.
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