
„Wenn ich fit auf dem Platz stehe, weiß ich: Egal, welcher Verein es auf der Welt ist, ich spiele immer. Das ist nun mal Fakt.“
Worte puren Selbstvertrauens. Kaum zu glauben, dass sie von Deutschlands Krisen-Stürmer Nummer eins kommen.
Miro Klose ( 28 ) bricht sein Schweigen. Nach seinem Mini-Statement mit Null-Aussagekraft folgt in der „Süddeutschen Zeitung“ ein offenes Bekenntnis. Einen Tag vorm EM-Quali-Spiel gegen die Slowakei (Mittwoch, 20.30 Uhr, ARD und im Live-Ticker von Bild.T-Online) redet Krisen-Klose Klartext.
Was nur wenige wussten: Klose schleppte sich lange mit einer schlimmen Infektion durch die Saison.
Der Noch-Bremer: „Zuhause konnte ich vier Treppen hochgehen. Dann musste ich mich setzen und war fix und fertig. Beim Spielen mit meinen Kindern konnte ich zwei Spielzeugautos aufheben und war fertig… Nach jedem Spiel hatte ich auf einmal hohes Fieber, Schüttelfrost, und zwei Tage später war es wieder weg.“
Den Infektions-Grund hat der WM-Torschützenkönig (5 Treffer) bis heute nicht herausfinden können.
Klose redet Klartext.
Seine Fehler: „Jetzt würde ich sagen, Trainer, ich fühle mich nicht gut, lass mich einfach raus. Ich mach mal drei, vier Wochen Pause, um mich zu erholen.“
Der Hobby-Angler aber spielte durch, tauchte in der Rückrunde mit mickrigen drei Bundesliga-Treffern unter. Seine Saison-Bilanz: „Letztlich habe ich absolut nicht die Leistung gebracht, die ich mir vorstelle und bin dem Zug bis heute hinterher gelaufen.“
Miros Krisen-Saison.
Das Geheimtreffen mit den Bayern haute Werders Ex-Liebling endgültig aus der Bahn. Es folgte seine Peinlich-Schwalbe im Uefa-Cup-Halbfinale, das Aus mit Werder in Eurocup und Meisterschaft. Klose: „Ich bin nicht zufrieden, genauso ist es der Verein nicht. Wir haben die Ziele, die wir uns gesteckt haben, nicht erreicht, und ich habe meinen Teil dazu beigetragen.“
Bis heute ist nicht klar, ob Klose nächste Saison für Werder oder Bayern stürmt. In München wünschen sich die Bosse das Torjäger-Duo Luca Toni/Miro Klose im Zusammenspiel mit WM-Liebling Lukas Podolski. In Bremen wird Klose immer umstrittener. Zuletzt moserte Nationalelf-Kollege Torsten Frings („Dann soll er doch gehen“) über das Wechsel-Theater.
Kloses Konter Richtung Frings: „Was er über mich sagt, das kann ich nicht steuern, und wenn ich ehrlich bin: Es ist mir auch total egal.“ Frings’ Meinung könne sich laut Klose „täglich und stündlich ändern. Ich kenn ja Torsten lang genug.“
Zu den schlimmen Ehegerüchten um seine Frau Sylwia sagt der Torjäger heute: „Das Schlimmste waren die Lügengeschichten, die über mich und mein Privatleben in die Welt gesetzt wurden…, das Gerede darüber, dass meine Frau schwanger wäre von einem Mitspieler und all das Zeug.“
Klose vermutet, die Quelle dieser Gerüchte zu kennen. Er sagt: „Dazu werde ich zur gegebener Zeit die Retourkutsche setzen.“
Vorher will Klose seine Mega-Tor-Krise (in der Nationalmannschaft seit September 2006 ohne Treffer) beenden. Damit er ein Jahr nach dem Sommermärchen mal wieder jubeln darf…
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