Fußballer vor ein paar Jahren nach Infektion gestorben?

Der Fussball Stammtisch. Allgemeine Diskussion rund um Fussball.
Ga
Gast

Fußballer vor ein paar Jahren nach Infektion gestorben?

19.06.2008 04:17

Hi!
Vor ein paar Jahren ist doch ein deutscher Fußballer gestorben, nachdem eine Infektion zu spät oder gar nicht behandelt worden war und er beim Training wohl einer zu hohen Belastung ausgesetzt war.
Soweit ich mich recht erinnere ,waren es Bakterien, die wohl durch eine unbehandelte Zahnkrankheit (evtl. Karies) in sein Blut gelangten und am Herzen dann eine Infektion auslösten.
ich erinner mich noch an seine arme frau,die am Boden zerstört war. Ich glaube er hatte auch Kinder und war Spieler in der 2. oder in der Regionalliga.
Erinnert sich jemand von Euch wie er hieß?
Hab leider selbst nichts über google dazu finden können.
Benutzeravatar
bavarian
Super-Moderator
Super-Moderator
Beiträge: 3064
Registriert: 09.03.2006 13:53

19.06.2008 06:28

Ich glaube du meinst Axel Jüptner:

Bild
Axel Jüptner (* 26. April 1969 in Gemmrigheim; † 24. April 1998 in Bad Oeynhausen) war ein deutscher Fußballspieler.

Axel Jüptner spielte in der Fußball-Bundesliga für den VfB Stuttgart (von 1988 bis 1991 25 Bundesligaspiele), bevor er zum KFC Uerdingen (von 1992 bis 1996 bestritt er 88 Erstligaspiele und erzielte 1 Tor) wechselte. Dort spielte er in 1. und 2. Liga. Im November 1997 ging er zum Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena. Am 23. April 1998 brach er in Jena nach dem Training plötzlich bewusstlos zusammen und verstarb einen Tag später an den Folgen des Herzinfarktes, der durch eine unerkannte Herzmuskelentzündung hervorgerufen worden war.

Axel Jüptner war verheiratet mit Ehefrau Ines und hatte zwei Kinder. Nach seinem Tod verklagte die Witwe den Mannschaftsarzt des FC Carl Zeiss auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Der Arzt habe Axel Jüptner trotz Erkrankung als spieltauglich eingestuft. Die Klage wurde im April 2007 in der ersten Instanz abgewiesen.
Quelle



Seit Jahren kämpft die Witwe des Fußballprofis Axel Jüptner einen verzweifelten Kampf vor Gericht. Jüptner war 1998 nach dem Training an Herzversagen gestorben. Der Mannschaftsarzt habe zuvor gepfuscht, sagt die Witwe - doch ein Gutachter hat den Mediziner nun von Behandlungsfehlern freigesprochen.

Gera - Das Urteil, das das Landgericht Gera gestern sprach, ist eine klare Niederlage für Jüptners Witwe Ines: Nach Überzeugung des Landgerichts Gera konnte Herbert Zitzmann, dem Mannschaftsarzt des FC Carl Zeiss Jena, kein Fehler bei Jüptners Einstellungsuntersuchung nachgewiesen werden.

Jüptners Witwe hingegen ist der Ansicht, dass der Mediziner ihrem Mann ein Trainingsverbot hätte erteilen müssen. Der Fußballer habe an einer Herzmuskelentzündung und an einer chronischen Bronchitis gelitten. Mit dem Glauben, nicht auf den Spieler verzichten zu können, so ihr Vorwurf, habe der Verein das Leben Jüptners aufs Spiel gesetzt.

Der 28-Jährige war am 23. April 1998 nach dem Training zusammengebrochen. Ein Rettungswagen brachte den Bewusstlosen auf die Intensivstation der Uniklinik Jena, kurz darauf wurde Jüptner in eine Spezialklinik nach Bad Oeynhausen geflogen. Dort starb der Profisportler einen Tag später - rund 22 Stunden vor seinem 29. Geburtstag.

Die Todesursache ermittelte ein Gerichtsmediziner drei Tage danach: Jüptner starb an einem kardiogenen Schock, am plötzlichen Herztod. Der Fußballprofi hatte 113 Mal für Uerdingen und den VfB Stuttgart in der Bundesliga gespielt.

Jüptners Witwe hatte im April 2004 auf mindestens 900.000 Euro Unterhalt und 26.000 Euro Schmerzensgeld sowie 15.000 Euro Beerdigungskosten geklagt. Hinzu kommen noch Kosten für Gutachter und entgangene Zinsen. In der Verhandlung ging es auch um mögliche Ansprüche der drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Der Musterprozess zog sich über drei Jahre hin und wurde zwischenzeitlich für 15 Monate unterbrochen. Erst gestern nun erging das Urteil.

Einander widersprechende Gutachten verzögern den Prozess

Einer der Gründe für die lange Verhandlungspause lag in unterschiedlichen Einschätzungen der Sachverständigen. Im ersten medizinischen Gutachten zum Tode Jüptners, das nach Auftrag der Kläger im Juni 2000 erstellt wurde, heißt es im Schlusssatz: "Bei einem rechtzeitigen Spielverbot hätte für Herrn Jüptner zumindest eine Rettungschance für Gesundheit und Leben bestanden bzw. es kann nahezu als gesichert gelten, dass die Verschlimmerung der Grundkrankheiten durch die vorausgehenden Fußballspiele und der Herzschock durch das Fußballspiel am 23. April 1998 nicht eingetreten wären."

Doch das neue Gutachten des Sachverständigen Heinz-Peter Schultheiss, Direktor der kardiologischen Klinik der Berliner Charité, entlastet Mannschaftsarzt Zitzmann. "Es hat keinen Diagnosefehler gegeben", so Schultheiss.

Die Kammer folgte in ihrem Urteil der Einschätzung des Sachverständigen, dabei hatte es zu Beginn des Rechtsstreits noch gut ausgesehen für Ines Jüptner und ihre Kinder: Der Vorsitzende Richter am Landgericht Gera hatte zur Schlichtung Anfang April 2004 eine Zahlung von 400.000 Euro an die vier Kläger vorgeschlagen. Zitzmann lehnte ab.

Mysteriöser Diebstahl von Jüptners Urne

Ines Jüptner musste nicht nur mit dem Tod ihres Mannes und den daraus folgenden finanziellen Schwierigkeiten fertig werden - im Juli 1998 kam ein neuer Schlag: Unbekannte hatten das Grab ihres Mannes in Krefeld geschändet, verwüstet und die Urne gestohlen. Die 40-Jährige, die seit einiger Zeit im Ausland lebt, ist noch heute fassungslos: "Wer kann so etwas tun?" Sie setzte damals 8000 Mark (4090 Euro) als Belohnung für die Wiederbeschaffung aus.

Kein einziger Hinweis ging bei der Krefelder Polizei ein. Die Ermittlungen reichten damals bis in die Heimat von Axel Jüptner im Kreis Ludwigsburg. Monate später wurde die Urne dann per Post an Ines Jüptners neue Wohnadresse in der Region Stuttgart geschickt. Erklären konnte sich das niemand. "Damals hat dann sogar die Polizei Ermittlungen gegen mich aufgenommen", berichtete die Witwe. Bis heute ist unklar, wer hinter der Grabschändung steckte

Jährlicher Herz-Check für Profis inzwischen Pflicht

Jüptners Schicksal immerhin hatte Folgen: Zwölf Monate nach seinem Tod setzte die unabhängige Spieler-Gewerkschaft VdV im Deutschen Fußballbund eine "Weisung Jüptner" durch: Für alle Profis sind nun genaue fachärztliche innere Untersuchungen einmal pro Jahr Pflicht. Alle Forderungen nach solchen Checks mit großem Blutbild, Ruhe- und Belastungs-EKG sowie einer Ultraschall-Kontrolle waren zuvor verpufft.

Trotz der neuen Vorgaben kommt es immer wieder zu ähnlichen Todesfällen. Der Kameruner Nationalspieler Marc-Vivien Foé wurde im Juni 2003 während des Confederation-Cups in Frankreich bewusstlos. Der 28-Jährige verstarb kurze Zeit später genauso wie der 24-jährige ungarische Nationalstürmer Miklos Feher im Januar 2004. Beide Fälle lösten weltweit Entsetzen aus.

In Deutschland starben der damals 33-jährige Uerdinger Profi Michael Klein (Februar 1993) und der österreichische Nationalspieler Bruno Pezzey (Silvester 1994/im Alter von 39 Jahren). Bei beiden stellten Ärzte die gleiche Todesursache fest: Herz- Kreislauf-Versagen in Folge einer Herzmuskelentzündung.

Der beschuldigte Jenaer Teamarzt Zitzmann behauptete nach dem Tod Axel Jüptners, es gebe "kein Check-Up-System, das diese Dinge verhindern kann". Außerdem, so sagte er damals dem SPIEGEL, "stören sie damit auch den ganzen Trainings- und Wettkampfbetrieb".

Witwe Ines Jüptner allerdings findet nach dem Urteil noch immer keine Ruhe. Sie denkt darüber nach, in Berufung zu gehen.
Quelle
  • Ähnliche Beiträge zu Fußballer vor ein paar Jahren nach Infektion gestorben?
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Fussball Stammtisch“