Streit um Verteilung der TV-Gelder

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Streit um Verteilung der TV-Gelder

25.12.2005 13:13

Wie sollen die Milliarden-Einnahmen aus den neuen TV-Verträgen an die einzelnen Klubs verteilt werden?

Rummenigge fordert: Mehr Geld für mehr Leistung

"Die Steigerung der Einnahmen ist zwar schon mal gut, aber jetzt muss noch die Verteilung logisch erfolgen", so Rummenigge.

"Wer mehr Leistung bringt, muss besser honoriert werden. Es kann nicht sein, dass zum Beispiel Duisburg genauso viel erhält wie Bayern."

"Herr Rummenigge entscheidet das ja nicht, sondern die Liga insgesamt", so Hellmich.

Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, hatte schon vor Monaten erklärt: "Ich bin ein großer Befürworter des Solidaritätsprinzips. Solidarität mit den Schwächeren darf aber nicht zur Schwächung der Starken führen."

Von den 234 Millionen Euro für die Bundesliga wurden 117 Millionen Euro, also die Hälfte zu gleichen Teilen ausbezahlt.

Auf die Zweite Liga wurden 66 Millionen Euro oder (22 Prozent der TV-Gesamteinnahmen) verteilt.

Das Leistungsprinzip gilt im Oberhaus für die andere Hälfte - nach einem komplizierten Schlüssel. Durchschnittlich flossen so rund 13 Millionen Euro in die Kassen der Klubs.

Rummenigge: "Es muss doch möglich sein, dass Bayern - wenn wir die Leistung bringen - auch mal 30 Millionen aus dem Bundesliga-Topf kassiert!"

Duisburgs starker Mann Walter Hellmich fordert bei Sport1.de indes, dass die Kluft zwischen einer Top-Mannschaft wie zum Beispiel dem FC Bayern und dem MSV Duisburg nicht noch größer werden dürfe.

"Die Liga muss leistungsmäßig stärker zusammenrücken, sonst wird sie uninteressant", so Hellmich.

Hellmich: TV-Gelder sollen Niveau-Unterschiede verringern

Seine Haltung: Die TV-Gelder - insbesondere der solidarisch verteilte Anteil - sollen die Niveau-Unterschiede verringern helfen.


Hellmichs Wunsch: Weiter fifty-fifty - also 50 Prozent solidarisch und 50 Prozent nach Leistung.

Dieser Wunsch wird nicht zu erfüllen sein. Liga-Präsident Werner Hackmann hatte bei der Präsentation des neuen TV-Abschlusses am 21. Dezember betont, dass Leistung künftig stärker berücksichtigt werden wird.

"So etwas können wir nicht öffentlich diskutieren"

Immerhin steht jetzt schon eines fest: Die DFL kann ihr Versprechen, kein Verein soll weniger Geld bekommen, durch die Mehreinnahmen von 120 Millionen Euro pro Saison erfüllen.
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Aufteilung nach Leistungsprinzip

03.01.2006 01:46

Nach dem Abschluss des Vertrages über die Fernsehrechte an der Bundesliga mit dem Unternehmen Arena von 2006 bis 2009 plant die DFL ab der kommenden Saison eine Neuverteilung der TV-Gelder an die Vereine und will dabei offensichtlich das Leistungsprinzip stärken.

Die bislang an alle Klubs in gleicher Höhe gezahlte Garantiesumme wegfallen und die ab der Spielzeit 2006/07 erwarteten 420 Millionen Euro pro Saison ausschließlich nach Tabellenstand ausgeschüttet werden.

Zudem soll die Aufteilung in Erste und Zweite Liga durch eine Rangliste der Klubs von Platz 1 bis 36 ersetzt werden.

Nach "kicker"-Recherchen soll der deutsche Rekordmeister Bayern München in der kommenden Saison statt wie bisher 16,2 Millionen Euro bis zu 25 Millionen Euro aus dem Bundesliga-TV-Vertrag erzielen können.

Bei dem nun diskutierten Modell, über das der Ligaverbandsvorstand um Präsident Werner Hackmann bis Mitte Januar beraten will, sollen 75 Prozent der Einnahmen nach den Ergebnissen der zurückliegenden drei Jahre ausgeschüttet werden, 25 Prozent errechnen sich nach den aktuellen Platzierungen.

Zusätzlich sollen auch die Absteiger aus der Zweiten Liga von ihren Platzierungen der vorangegangen drei Jahre profitieren.

Dieser Plan soll garantieren, dass jeder Klub mehr Geld als bisher erhält und ein Abstieg die Vereine nicht an den Rand des Ruins treibt.

Zudem hätten sich die Spitzenklubs mit ihrer Forderung nach höheren Einnahmen durchgesetzt. Die Verantwortlichen der Europapokalteilnehmer erheben bereits seit Jahren den Anspruch auf mehr Geld, um im Wettbewerb mit den europäischen Topklubs mithalten zu können.

Der bislang praktizierte Verteilungsschlüssel galt seit dem 1. Juli 2000. Dabei gingen 80 Prozent der Einnahmen (derzeit 302 Millionen Euro) an die Erste, 20 Prozent an die Zweite Liga.

Die Forderung der Spitzenvereine, auch die Ergebnisse im Europacup und DFB-Pokal bei der Verteilung der Fernsehgelder zu berücksichtigen, will der Ligavorstand aber angeblich nicht erfüllen.

Was haltet ihr davon?
Top-Klubs wie Bayern und Werder hätten endlich mehr Geld um international konkurrenzfähiger zu werden.
Demgegenüber wäre die Kluft in der Bundesliga noch größer und die "Kleinen" könnten noch weniger mit den "Großen" mithalten, was die Liga unattraktiv und langweilig machen könnte.

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