FC Bayern Interviews

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FC Bayern Interviews

05.08.2007 01:21

Interview mit Jose Ernesto Sosa (Goal.com)

„Ich spiele, wo der Trainer mich aufstellt“
Goal.com: Jose, Du wechselst zu einer Mannschaft, die sich vorgenommen hat, in nächster Zeit einfach alles zu gewinnen. Ist das ein Extra-Druck? Oder findest du die Tatsache, dass Bayern die Meisterschaft und auch den UEFA-Cup im Visier haben, eher als hilfreich und als große Möglichkeit für dich?

Jose Ernesto Sosa: Ich gehe auf jeden Fall mit den besten Erwartungen zu den Bayern. Ich werde mir den Platz in der Mannschaft natürlich hart erarbeiten müssen. Aber ich denke dabei immer positiv, auch wenn die Entscheidungen nicht von mir getroffen werden. Der deutsche Fußball bedeutet mit Sicherheit eine Umstellung. Das Wichtigste wird sein, möglichst erfolgreich Fußball zu spielen.

Goal.com: Bei den Bayern spielt mit Martin Demichelis auch ein anderer Argentinier. Ist das eine Hilfe?

Jose Ernesto Sosa: Für mich auf jeden Fall. Es wird nicht leicht werden für mich und ich denke, dass er mir dabei aber immer eine Hand reichen wird.

Goal.com: Wie gefällt dir die Stadt?

Jose Ernesto Sosa: Sehr gut, München ist eine sehr schöne Stadt. Bei meinem ersten Besuch war ich Mitten im Herzen Münchens, in der Innenstadt. Dort hat es mir sehr gefallen. Und das Stadion ist einfach unglaublich. Ich denke, dass ich meine Zeit bei den Bayern genießen werde.

Goal.com: Was weißt du bisher über den deutschen Fußball. Wird hier ein wenig härter als in Argentinien gespielt?

Jose Ernesto Sosa: Ich kenne bisher natürlich nur das, was man im Fernsehen sehen konnte. Es ist sicherlich ein sehr harter Fußball, doch spielen können die Deutschen auch. Ich werde mich anpassen müssen, so gut wie möglich Fußball spielen müssen. Gut, aber letztendlich sind das alles Dinge, die ich nach den ersten Begegnungen besser beurteilen kann.

Goal.com: Was wird dir mehr Schwierigkeiten bereiten: die Kälte oder die Sprache?

Jose Ernesto Sosa: In erster Linie denke ich schon, dass es die Sprache sein wird. An das Klima wird man sich sicherlich gewöhnen, wenn man dort lebt. Die Sprache wird aber eine kompliziertere Sache werden. Dennoch hoffe ich, dass ich dann auch schnell Deutsch lernen werde.

Goal.com: Bedeutet Bayern München für dich in erster Linie ein Sprungbrett, um von dort aus nach Italien oder Spanien gelangen zu können? Oder denkst du eher daran, eine lange Karriere bei deinem neuen Verein zu starten?

Jose Ernesto Sosa: Hoffentlich ja, es wäre schön, wenn ich dort eine lange Zeit verbringen und gute Leistungen zeigen kann. Als Spieler denke ich natürlich in erster Linie daran, guten Fußball zu spielen. Und Bayern ist mit Sicherheit ein guter Ort dafür.

Goal.com: Man spricht davon, dass du im Mittelfeld auch das Loch füllen sollst, was Ballacks Wechsel hinterlassen hat. Ist diese Erwartung ein zusätzlicher Druck oder die Erfüllung eines Traumes?

Jose Ernesto Sosa: Ach nein, ich nehme das nicht so ernst. Ballack war ein enorm wichtiger Spieler für seine Mannschaft. Ich muss in erster Linie guten Fußball spielen. Erst einmal will ich einen Stammplatz gewinnen, danach mir den Respekt erarbeiten und danach kann man weiter schauen.

Goal.com: Du hast nach einer starken Saison auch für die Nationalmannschaft Argentiniens gespielt. Denkst du, dass der Wechsel dir auch dahingehend helfen wird zu reifen und du auch weiterhin die Möglichkeit hast, für deine Heimat spielen zu dürfen?

Jose Ernesto Sosa: Hoffentlich, klar. Den Traum, für die Nationalmannschaft zu spielen, hat man natürlich immer. Beim Klub fängt es immer an. Dort muss man gute Leistungen zeigen und danach hat man vielleicht die Möglichkeit. Ich hoffe natürlich....

Goal.com: Wo auf dem Fußballplatz fühlst du dich persönlich eigentlich am wohlsten?

Jose Ernesto Sosa: In erster Linie da, wo der Trainer mich sehen will, wo er denkt, dass mein Spiel am besten zur Geltung kommt. Im Mittelfeld mit sehr viel Freiraum spielen zu dürfen, gefällt mir natürlich am besten.
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05.08.2007 01:26

Interview mit Luca Toni (fcbayern.de)

'Ich möchte endlich in die Allianz Arena'
fcbayern.de: Wie geht’s Deinem Knie, Luca?

Luca Toni: „Auf jeden Fall besser. In den nächsten Tagen habe ich noch einen Test beim Arzt. Wenn der gut ist, kann ich wieder spielen.“

fcbayern.de: Kannst Du zum Bundesliga-Auftakt am 11. August dabei sein?

Luca Toni: „Ich tue mein Bestes, um dabei zu sein. Aber wir müssen abwarten und Tag für Tag prüfen, wie das Knie reagiert. Ich hoffe aber, dass ich jetzt alle Probleme überwunden habe.“

fcbayern.de: Während Du verletzt bist, spielt sich die Mannschaft ein. Wie schwierig ist es für Dich, dabei nur zuschauen zu können?

Luca Toni: „Das ist sicher eine blöde Situation für mich. Die Mannschaft hat Erfolg und schon einen Pokal gewonnen, ich habe noch keine Minute gespielt. Das führt dazu, dass ich noch mehr Lust habe, loszulegen.“

fcbayern.de: Und den Bundesliga-Start kannst Du kaum erwarten?

Luca Toni: „Ich freue mich, wenn es endlich los geht, denn dann muss man weniger trainieren. Ich möchte aber auch endlich in der Allianz Arena spielen. Man hat mir gesagt, dass das Stadion immer voll ist.“

fcbayern.de: Was kann der FC Bayern in dieser Saison erreichen?

Luca Toni: „Wir haben eine starke Mannschaft. Am besten wäre es natürlich, wenn wir alles gewinnen würden, aber das Hauptziel ist erst einmal die Bundesliga. Im UEFA-Cup müssen wir sehen, weit zu kommen.“

fcbayern.de: Hast Du Dir eine bestimmte Zahl an Toren vorgenommen?

Luca Toni: „Ich habe mir noch nie eine Zahl zum Ziel gesetzt, auch aus Aberglauben. Da ich immer viele Tore geschossen habe, wenn ich mir nichts vorgenommen hatte, werde ich mir jetzt auch keine Zahl zum Ziel setzen.“

fcbayern.de: Hattest Du während des Reha-Programms wenigstens Zeit, München kennen zu lernen?

Luca Toni: „Ja, München ist eine sehr schöne Stadt, eine grüne Stadt mit vielen Tieren. Ich liebe Tiere. Besonders der Friedensengel gefällt mir gut. Außerdem kann man in München sehr gut essen. Ich habe schon einige Restaurants durchprobiert: japanische, thailändische…“

fcbayern.de: Hast Du mit Deiner Verlobten Marta inzwischen eine Wohnung gefunden?

Luca Toni: „Wir sind im Zentrum fündig geworden. Jetzt ist meine Verlobte dran, sie muss viel arbeiten, weil sie die Wohnung einrichten muss. Während ich trainiere, sucht sie Möbel aus. Das ist nämlich nicht so mein Ding.“

fcbayern.de: Und Lederhosen hast Du auch schon?

Luca Toni: „Ich habe sie mal anprobiert. Aber ehrlich: Alleine in Lederhosen rumzulaufen, ist schon ein bisschen seltsam. Aufs Oktoberfest wird aber die gesamte Mannschaft in Lederhosen gehen, da habe ich dann auch kein Problem damit.“

fcbayern.de: Wie steht’s um Deine Deutsch-Kenntnisse?

Luca Toni: „(auf Deutsch) Ich bin Luca. Servus. Tschuldigung… (wieder auf Italienisch) Ansonsten kenne ich noch ein paar Schimpfwörter, aber die sage ich jetzt nicht.“

fcbayern.de: Wie läuft die Verständigung in der Kabine?

Luca Toni: „Mit den Franzosen und Argentiniern läuft die Kommunikation ganz gut, weil unsere Sprachen relativ ähnlich sind. Mit den deutschen Jungs verständige ich mich auf Englisch.“

fcbayern.de: Wann machst Du einen Sprachkurs?

Luca Toni: „Im Moment trainiere ich vormittags und nachmittags. Da habe ich, ehrlich gesagt, nicht so richtig Lust, auch noch Deutsch zu lernen. Mein primäres Ziel ist es, körperlich wieder fit zu werden. Wenn ich dann wieder mehr Zeit habe, fange ich mit Deutsch an.“
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05.08.2007 01:31

Interview mit Oliver Kahn (Bild)

"Ich will den Titel – aber erst in letzter Sekunde"
BILD: Herr Kahn, Sie starten in Ihre letzte Saison. Was ist Ihr großer Traum?

Kahn: „Ein Finale wie 2001, als wir Sekunden vor Schluss Deutscher Meister geworden sind. In der 94. Minute. Mit einem Herzschlag-Finale gegen Schalke. Solch ein Happyend – das wäre noch mal ein Wahnsinn. Aber wenn der in Erfüllung geht, dann bekomme ich ja Ärger mit dem Manager und dem Trainer – wie sollen die das alle noch mal nervlich aushalten?“

BILD: Spüren Sie Wehmut angesichts des Abschieds?

Kahn: „Überhaupt nicht. Weder Wehmut noch Melancholie. Eher Euphorie. Ich will in dieser Saison noch einmal voll angreifen. Ich mache diesen Job jetzt ja auch schon über 20 Jahre. Da sagt man sich: Komm, noch ein Jahr Vollgas – und dann ist es auch gut.

BILD: Den ersten Titel haben Sie schon gewonnen...

Kahn: Den Liga-Pokal nehme ich auch sehr gerne mit. Aber er ist kein Anhaltspunkt für den Verlauf der Saison, obwohl wir sehr oft Meister geworden sind, wenn wir ihn gewonnen haben. Da wird Stuttgart anders auftreten, Werder auch. Vom Tempo, von der Aggressivität, von der Leidenschaft her wird das alles ganz anders sein.

BILD: Was hat sich bei den Bayern geändert?

Kahn: „Einiges. Das merkt man auch schon daran, welche Anspannung wieder in den Spielern ist. Gerade im defensiven Bereich. Wir haben ja in der Vorbereitung oft zu Null gespielt. Mal abgesehen von diesen Tests, wo viele Spieler gefehlt haben. Es ist schön zu sehen, mit welchem Ehrgeiz beispielsweise Lucio über den Platz marschiert.

BILD: Sie hatten in der vergangenen Saison die fehlende Aggressivität kritisiert.

Kahn: „Die ist wieder da. Es gab noch kein Trainingsspiel, dass 8:0 oder 8:1 geendet ist. Es war immer eng, es fallen wenige Tore. Das zeigt, dass konzentriert gearbeitet wird.“

BILD: Auch Schweinsteiger hat sich enorm gesteigert. Eine Folge des Konkurrenzkampfes?

Kahn: „Bei uns ist jede Position mindestens doppelt besetzt. Das heißt für jeden, dass er seine Leistung bringen muss – sonst sitzt er auf der Bank oder auf der Tribüne. Neue Spieler setzen ja immer neue Kräfte frei, neue Energien. Dann steht auch die EM vor der Tür, da will sich jeder anbieten. Das alles ergibt ein Gemisch, das mich sehr positiv stimmt.“

BILD: Übertreibt es ein van Bommel, der im Liga-Pokal dem Stuttgarter Meira in die Weichteile gegriffen hat?

Kahn: „Grundsätzlich ist es gut, dass wir einen solchen Spielertypus bei uns haben. Klar, die eine oder andere Aktion muss er nicht machen. Aber diese Grundstimmung, diese positive Aggressivität, die braucht jede Mannschaft. Die ist ganz wichtig.

BILD: Wie wichtig ist Ribéry fürs Team?

Kahn: „Franck ist ein Instinkt-Fußballer. Jemand, bei dem man nicht weiß, was in der nächsten Sekunde passiert. Er hat ja auch die Nummer 7 – die alte vom Scholli. Das passt bei ihm wunderbar. Er macht in der Kabine auch gleich seine Späße. Und zwar nicht erst nach einem halben Jahr, sondern sofort. Das ist diese Mentalität, über die ich sage: Das sind Typen mit denen du was gewinnen kannst.“

BILD: Glauben Sie, dass Miroslav Klose den Druck verkraftet?

Kahn: „Miro ist längst nicht mehr der, der er ums Jahr 2002 herum war. Er wirkt nun auf mich sehr robust, sehr zielstrebig, sehr erfahren. Er hat nun das richtige Alter und die richtige Reife, um für Bayern München zu spielen.“

BILD: Am zweiten Spieltag muss er in Bremen durch die Hölle.

Kahn: „Das ist normal. Ich habe es auch erlebt, als ich damals von Karlsruhe zu den Bayern gewechselt bin. Damit muss man als Profi umgehen können. Solche Spiele können auch motivierend sein. Ich sage immer: Wenn sich die Leute gar nicht mehr aufregen, dass du weg willst, dann wäre auch was nicht in Ordnung.
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05.08.2007 01:37

Interview mit Oliver Kahn (Bild am Sonntag)

"National-Trainer traue ich mir zu"
BILD am SONNTAG: Herr Kahn, wie sehr quält Sie der Ersatzbank-Albtraum?

Oliver Kahn: Wie meinen Sie das?

BILD am SONNTAG: In der kommenden Saison, der letzten in Ihrer Karriere, geht es um alles oder nichts. Und Sie sitzen wieder auf der Bank. Wie bei der WM.

Oliver Kahn: Wieso sollte das passieren?

BILD am SONNTAG: Sie leisten sich eine Schwächephase. Ottmar Hitzfeld entscheidet sich für Michael Rensing.

Oliver Kahn: Eine Schwächephase? Das kann diese Saison kaum passieren, wenn man so motiviert ist wie ich. Dafür habe ich viel zu klare Ziele. Und jetzt verrate ich Ihnen mal was.

BILD am SONNTAG: Bitte sehr.

Oliver Kahn: Ich fühle mich so gut wie selten in einer Vorbereitung. Das hängt damit zusammen, dass ich zum ersten Mal seit 14 oder 15 Jahren wieder fünf Wochen am Stück Urlaub hatte. Ich wusste gar nicht mehr wie das ist, denn sonst waren ja fast immer Turniere dazwischen. Ich fühle mich als wäre ich 25.

BILD am SONNTAG: Dann verlängern Sie doch gleich bis 2017.

Oliver Kahn: Glauben Sie mir, vom Körper her könnte ich noch zwei, drei Jahre spielen. Aber ich will am Zenit aufhören, nicht erst dann, wenn es langsam bergab geht. Da bin ich sehr konsequent. Wie damals in der Nationalmannschaft.

BILD am SONNTAG: Was werden Sie am meisten vermissen?

Oliver Kahn: Die extremen Momente. Im Positiven wie im Negativen. Wie beispielsweise 2001, als wir in letzter Sekunde Meister geworden sind. Wie das Finale in der Champions League 1999 gegen ManU, als wir kurz vor Schluss alles verloren haben. Wie das WM-Finale 2002 gegen Brasilien. Diese Momente werden mir fehlen.

BILD am SONNTAG: Sie könnten Bungee springen.

Oliver Kahn: Nein, da bin ich der Allerletzte. Das wäre mir viel zu gefährlich.

BILD am SONNTAG: Welchen Lebenstraum wollen Sie sich nach Ihrer Karriere erfüllen?

Oliver Kahn: Mein Lebenstraum ist schon wahr geworden: Profifußballer zu werden. Jetzt brauche ich erst mal ein bisschen Distanz. Schon im Urlaub habe ich gemerkt, dass sich bei mir durch den Abstand für viele Dinge eine andere Sichtweise entwickelt hat.

BILD am SONNTAG: Was meinen Sie konkret?

Oliver Kahn: Hauptsächlich Dinge, die den Fußball betreffen. Die letzte Saison und die allgemeine Vergangenheit der letzten 13, 14 Jahre.

BILD am SONNTAG: Aber Sie schreiben gerade ein Buch.

Oliver Kahn: Es war mir schon immer ein Anliegen, mal all meine Prinzipien und Erfahrungen weiterzugeben. Ich denke, dass man von den Prinzipien eines Wettkämpfers profitieren kann.

BILD am SONNTAG: Arbeiten Sie in dem Buch auch die Erfahrungen der WM auf, wo Sie nur die Nummer zwei waren?

Oliver Kahn: Diese Geschichte ist beispielhaft, um mal zu sehen, welche Auswirkungen so ein Konkurrenzkampf haben kann. Es geht in dem Buch ja nicht nur um Erfolge, sondern auch um Niederlagen. Wie entstehen sie? Warum entstehen sie? Heute weiß ich, dass ich einiges hätte anders machen können.

BILD am SONNTAG: Was meinen Sie?

Oliver Kahn: Ich habe mich vermutlich zu viel mit der Situation beschäftigt.

BILD am SONNTAG: Aber Sie haben weitergemacht.

Oliver Kahn: Und es war die richtige Entscheidung. Ich habe für mich als Mensch in diesen Wochen viele neue Erfahrungen gemacht. Und ich habe gelernt, dass man nicht nur auf dem Platz Titel gewinnen kann. Du kannst auch mal auf eine ganz andere Art gewinnen. Das war für mich, der bis dahin auf Titel und Erfolge gepolt war, eine wertvolle Erfahrung

BILD am SONNTAG: Ist es denkbar, dass Sie sich völlig aus dem Fußball verabschieden.

Oliver Kahn: Sicher, auch das ist möglich. Ich werde angesichts des bevorstehenden Abschieds sicher nicht in Hektik verfallen. Ich schaffe mir jetzt schon Perspektiven.

BILD am SONNTAG: Ist auch eine Trainer-Karriere denkbar?

Oliver Kahn: Bei einem Verein sicher nicht. Ich kann nicht gleich wieder in diesen Rhythmus einsteigen. Training, Trainingslager, Spiel. Das geht einfach nicht.

BILD am SONNTAG: Und als Coach einer Nationalmannschaft?

Oliver Kahn: Zutrauen würde ich es mir. Ich verstehe ja vom Fußball eine Menge und bin auch psychologisch ziemlich bewandert. Und der WM-Titel ist ja der Titel, der mir noch fehlt.

BILD am SONNTAG: Stimmt es, dass es Sie zunächst nach Ihrem Karriereende ins Ausland zieht?

Oliver Kahn: Ja, nach Asien, einem Kontinent, den ich sehr schätze. Die Mentalität der Leute liegt mir. Dort tun sich Dinge auf, die mir sicherlich viel Spaß bringen könnten. Das ist dann erst mal wichtig: Spaß haben. Nach all der Zeit, in der alles reglementiert war.

BILD am SONNTAG: Kommen Sie eigentlich mit den heute 22-, 23-jährigen wie Podolski oder Schweinsteiger zurecht. Das ist doch eine völlig andere Generation.

Oliver Kahn: Es ist doch schön, wenn sich beide Generationen etwas voneinander abschauen können. Ich war früher immer einer, der diszipliniert seinen Weg gegangen ist. Heute steht auch der Spaß im Vordergrund. Da habe ich irgendwann gemerkt: Okay, du solltest dich dem mehr öffnen. Andererseits sehen die Jungen an mir, dass Disziplin auch Erfolg bringt.

BILD am SONNTAG: Planen Sie schon Ihr Abschiedsspiel?

Oliver Kahn: Ich schiebe das immer noch ein wenig vor mir her und denke: Abschiedsspiel, was ist das denn? Aber langsam macht man sich ja Gedanken.

BILD am SONNTAG: Geplant ist ein Spiel gegen die Nationalmannschaft.

Oliver Kahn: Richtig, voraussichtlich im August 2008 in München.

BILD am SONNTAG: Mit Trainer Jürgen Klinsmann?

Oliver Kahn: Wenn, dann nur als Co-Trainer.

BILD am SONNTAG: Wird der Titan beim Abschied weinen?

Oliver Kahn: Wahrscheinlich nicht. Das habe ich von meinem Großvater. Der war da sehr preußisch. Aber woher soll ich das heute schon wissen?
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10.08.2007 17:52

Interview mit Philipp Lahm (fcbayern.de)

'Das zählt jetzt alles nicht mehr'
fcbayern.de: Philipp, am Samstag startet die Bundesliga in die neue Saison. Wie ist Deine Gefühlslage?

Philipp Lahm: „Nach so einer langen Vorbereitung ist es immer schön, wenn es endlich wieder losgeht. Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Wir hatten eine gute Vorbereitung, aber das zählt jetzt alles nicht mehr. Es zählt nur noch, wie wir am Samstag spielen. Wir wollen vom Start weg zeigen, dass wir in dieser Saison wieder ganz vorne stehen möchten. Gegen Rostock wollen wir damit anfangen.“

fcbayern.de: Welche Lehren habt ihr aus dem Pokalspiel in Burghausen gezogen?

Philipp Lahm: „Wir haben kein schlechtes Spiel abgeliefert, aber wir müssen einfach unsere Chancen reinmachen - auch gegen eine vermeintlich schwächere Mannschaft. Wir hatten in der letzten Saison ja oft Schwierigkeiten mit Teams, die sehr defensiv eingestellt waren, Tore zu erzielen. Das müssen wir in dieser Saison einfach besser machen: Früh ein Tor machen, damit Ruhe einkehrt.“

fcbayern.de: Wie schätzt Du Hansa Rostock als Gegner ein?

Philipp Lahm: „Sie werden sicherlich auch erst mal Wert auf die Abwehrarbeit legen. Aber wir müssen auf uns schauen und unser Spiel durchziehen. Wir müssen schnell nach vorne spielen, da liegt sicherlich unsere Stärke.“

fcbayern.de: Die letzte Saison war auch geprägt von Abstimmungsproblemen in der Defensive. Siehst Du diese schon abgestellt?

Philipp Lahm: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben in den letzten Spielen, gerade im Ligapokal, schon viel weniger Torchancen zugelassen und auch zwei Mal zu Null gespielt. Aber es liegt nicht immer nur an der Verteidigung, die ganze Mannschaft muss da mitmachen. Das haben wir in den letzten Wochen viel trainiert, da sind wir auch besser geworden als noch in der Vorsaison.“

fcbayern.de: Du bist in der Abwehrkette von links nach rechts gewechselt. Ist das ein großer Unterschied für Dich?

Philipp Lahm: „Ja, schon, es ist einfach eine andere Seite. Es sind viele Kleinigkeiten, die anders sind. Aber ich habe mit dem Wechsel keine Probleme, zumal ich in der Nationalmannschaft ja auch oft rechts gespielt habe.“

fcbayern.de: Dort wie jetzt auch beim FC Bayern ist Marcell Jansen Dein Pendant.

Philipp Lahm: „Das ist momentan der Fall, weil Willy Sagnol verletzungsbedingt ausfällt. Wie das in ein paar Wochen aussieht, werden wir erleben. Jeder wird seine beste Leistung bringen müssen, aber solange wir in drei Wettbewerben vertreten sind, ist es vielleicht auch mal nicht so schlecht, eine Pause zu machen.“

fcbayern.de: Welchen Eindruck hast Du von den neuen Spielern, gerade im menschlichen Bereich?

Philipp Lahm: „Einen sehr guten! Es ist erstaunlich, wie schnell sich alle Neuen eingefügt haben. Sie sind alle sehr offen auf die etablierten Spieler zugegangen, und haben es uns damit einfacher gemacht.“

fcbayern.de: Macht Ottmar Hitzfeld etwas anders als noch vor der Sommerpause?

Philipp Lahm: „In der letzten Saison kam er ja mitten im Spielbetrieb, das kann man gar nicht vergleichen. Wir haben jetzt einen ganz anderen Kader. Das Training ist super, es ist wieder viel mehr Tempo in jedem Training. Das hat uns unter anderem in der letzten Saison gefehlt. Wir haben jetzt einfach viel mehr Qualität im Kader.“

fcbayern.de: Da macht doch alles sicherlich auch viel mehr Spaß.

Philipp Lahm: „Es macht immer mehr Spaß, wenn man erfolgreich ist. Die Vorbereitung war sehr gut für uns, deswegen macht es momentan auch viel Spaß beim FC Bayern. Aber so richtig Spaß macht es natürlich erst, wenn wir auch eine erfolgreiche Saison spielen.“
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11.08.2007 22:35

Interview mit Mark van Bommel (fcbayern.de)

'Es hat schon Spaß gemacht'
fcbayern.de: Mark, 3:0 zum Auftakt gewonnen. Bist Du zufrieden?

Mark van Bommel: „Wir haben defensiv gut gestanden, Olli hatte nicht viel zu tun. Das ist schon mal wichtig. Zwar haben wir drei, vier gute Konterchancen zugelassen - das müssen wir verbessern -, aber insgesamt können wir schon zufrieden sein. Wenn wir nach vorne noch etwas genauer spielen, nicht so oft ins Abseits laufen, dann wird das Ergebnis vielleicht noch höher. Wir sind noch nicht bei einhundert Prozent, aber es hat schon Spaß gemacht.“

fcbayern.de: Was hat Dir an Eurem Spiel heute besonders gut gefallen?

Mark van Bommel: „Die ersten 20 Minuten. Da sind wir ein enorm hohes Tempo gegangen, haben Geduld bewiesen, um die richtig Lücke zu finden. Miro hat das vor dem Tor hervorragend gemacht mit dem Pass auf Toni. Ich denke, das hat heute zum Teil alles schon ziemlich gut ausgesehen.“

fcbayern.de: In der letzten Saison habt Ihr Euch gegen defensive Gegner wie Rostock immer sehr schwer getan. Was war heute der Unterschied zum letzten Jahr?

Mark van Bommel: „Wir sind nicht mehr so berechenbar. Jetzt kommt von allen Seiten Gefahr. Der Gegner weiß gar nicht mehr, wen er alles angreifen muss, das ist schon wichtig. Jeder von uns kann ein Tor schießen.“

fcbayern.de: Als nächster Gegner wartet Werder Bremen auf euch. Was kann man da erwarten?

Mark van Bommel: „Es wird bestimmt nicht so einfach wie vor ein paar Wochen im Ligacup. Bremen hat heute nach einer 2:0-Führung nur unentschieden gespielt. Die müssen schon gegen uns gewinnen. Aber auch wir fahren da hin, um drei Punkte zu holen.“
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14.08.2007 18:26

Interview mit Karl-Heinz Rummenigge Teil 1 (fcbayern.de)

'In Bremen wird die Messlatte höher liegen'
fcbayern.de: Herr Rummenigge, ganz Deutschland schwärmt vom „neuen“ FC Bayern. Wie hat Ihnen das Spiel gegen Rostock gefallen?

Rummenigge: „Es war der Superstart, den wir uns gewünscht haben. Aber wir werden uns weder einlullen lassen noch davon ausgehen, dass wir jetzt nach dem ersten Spieltag schon die deutsche Meisterschaft gewonnen haben. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Aber ich warne davor, überheblich oder arrogant zu werden.“

fcbayern.de: In den Zeitungen wird darüber spekuliert, ob der FC Bayern in dieser Saison überhaupt ein Spiel verliert.

Rummenigge: „Die Zeitungen schreiben nur Schwarz und Weiß. Wir tun gut daran, weiterhin hart zu arbeiten. Es bedarf Konzentration und Engagement, um unsere hohen Ziele zu erreichen.“

fcbayern.de: Das Spiel gegen Rostock hat gezeigt, dass der FC Bayern offenbar über eine Mannschaft verfügt, die nicht nur erfolgreich, sondern auch schön spielen kann. Haben Sie schon einmal erlebt, dass die Fans in der Allianz Arena so von den Sitzen gerissen wurden?

Rummenigge: „Die Stimmung war super, das hat uns sehr gefreut. Es war ja auch unser Ziel mit dieser neuen Mannschaft, dass die Zuschauer Spaß haben und zufrieden nach Hause fahren.“

fcbayern.de: Mit einem Sieg in Bremen am kommenden Samstag könnte die Euphorie rund um den FC Bayern noch größer werden. Wie blicken Sie auf dieses Spiel?

Rummenigge: „In Bremen wird die Messlatte höher liegen als gegen den Aufsteiger Hansa Rostock. Der Gegner hat eine wesentliche bessere Qualität, und in den letzten Jahren hingen die Trauben in Bremen für uns sowieso immer relativ hoch. Deswegen sage ich: Ein Sieg wäre perfekt, aber nicht zu verlieren, ist auch nicht schlecht.“

fcbayern.de: Befürchten Sie im Vorfeld des Spiels verbale Scharmützel, gerade nach dem Wechsel von Miroslav Klose?

Rummenigge: „Wir werden uns in diese Richtung überhaupt nicht äußern. Ich bin überzeugt, dass auch Bremen nicht daran interessiert ist, im Vorfeld einen Hass gegen den FC Bayern oder insbesondere Miro Klose zu schüren. Für ihn wird das kein angenehmes Spiel, aber ich weiß heute schon, dass Miro als Persönlichkeit daraus gestärkt hervorgehen wird. Aus diesen Spielen lernt man viel fürs Leben.“

fcbayern.de: Klose und die übrigen Neuzugänge haben sich für den FC Bayern als wesentliche Verstärkung erwiesen. Bestätigt das die hohen Investitionen, die der Klub getätigt hat?

Rummenigge: „Nach der letzten Saison war uns klar, dass wir der Mannschaft ein völlig neues Gesicht geben müssen. Trotzdem bin ich froh, wenn auch die restlichen Verletzten zurückkommen: Podolski, Sagnol, Schlaudraff oder Ismael. Es ist gut und wichtig, wenn alle an Bord sind, denn das wird eine extrem anstrengende Saison.“

fcbayern.de: Nicht nur die neuen, sondern auch die etablierten Spieler wie Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger blühen auf. Woran liegt das Ihres Erachtens?

Rummenigge: „An zwei Faktoren: Erstens hatten wir keine WM im Sommer, so dass sich die Spieler regenerieren und auch geistig auf die neue Saison vorbereiten konnten. Zweitens haben die Neuzugänge eine Euphorie in die Mannschaft hineingetragen. Die Atmosphäre ist eine andere als in der letzten Saison, nicht nur bei der Mannschaft, sondern im ganzen Klub. Jeder Angestellte spürt die Aufbruchstimmung und es macht allen riesig Spaß, dabei zu sein.“

fcbayern.de: Welche Folgen haben die hohen Transfersummen auf den wirtschaftlichen Erfolg des Vereins?

Rummenigge: „Die wirtschaftlichen Dinge laufen gut, trotz des großen Investments, das wir getätigt haben. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir in diesem Jahr auch unsere finanziellen Ziele erreichen.“
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14.08.2007 18:29

Interview mit Karl-Heinz Rummenigge Teil 2 (fcbayern.de)

'Es soll ein Spektakel werden'
fcbayern.de: Herr Rummenigge, am Mittwochabend wird Mehmet Scholl das letzte Mal im Bayern-Trikot auf dem Platz stehen. Was wünschen Sie ihm für seinen neuen Lebensabschnitt?

Rummenigge: „Der FC Bayern führt Partnerschaften mit den Spielern, und Mehmet hat diese Partnerschaft sehr engagiert und sehr fair gelebt. Er war auf dem Platz ein wichtiger Spieler für uns und ist außerhalb immer ein fairer Mensch gewesen, gerade in Sachen Vertragsverhandlungen. Er hat nicht die Zitrone bis auf den letzten Tropfen ausgepresst, wie wir das auch schon bei anderen Spielern erlebt haben. Das waren oft nur Gespräche von fünf Minuten bis zur Unterschrift. Mehmet ist ein wichtiger Mensch für den Klub, der auch sehr beliebt war bei den Fans. Daher würden wir ihn gerne auch in Zukunft beim FC Bayern halten möchte.“

fcbayern.de: Gibt es schon konkrete Vorstellungen, in welcher Funktion Mehmet für den FC Bayern weiterarbeiten soll?

Rummenigge: „Er will sich jetzt eine Auszeit nehmen von ein paar Monaten. Er will erst mal abschalten vom Fußball, alles an sich vorbeiziehen lassen, das ist ganz normal. Dann werden wir ein Gespräch führen und seinen Tätigkeitsbereich näher definieren.“

fcbayern.de: Mit dem Spiel gegen Barcelona bekommt Mehmet einen gebührenden Abschied. Wird Barca auch mit der Bestbesetzung in München auflaufen?

Rummenigge: „Vertraglich ist geregelt, dass sie mit der besten Mannschaft antreten müssen. Ich kenne natürlich die Aufstellung nicht, aber wenn ich mir die Namen anschaue, dann wird das am Mittwoch in der Allianz Arena sicherlich eine sehr attraktive Veranstaltung. Ich hoffe, dass die Stars wie Ronaldinho, Henry, Messi, Eto’o, Deco und wie sie da alle heißen mitspielen werden. Übrigens: Für mich ist Barca in dieser Saison der große Favorit in der Champions League, nicht Real, nicht Chelsea, nicht Manchester. Barcelona ist im Moment aufgrund der individuellen Klasse das Maß aller Dinge in der Champions League.“

fcbayern.de: Die Partie gegen Barcelona ist die Premiere des Franz-Beckenbauer-Cups. Woher stammt die Idee dafür?

Rummenigge: „Wir haben ja im letzten Jahr in Barcelona am Juan-Gamper-Cup teilgenommen. Das war eine großartige Veranstaltung. Deshalb haben wir nach dem Spiel spontan gesagt, dass wir so was als offizielle Saisoneröffnung in München auch brauchen. Geplant war, dass dieses Spiel eine Woche früher stattfindet, das ging nicht, weil Barcelona bereits eine Asien-Tour geplant hatte und wir ja auch im DFB-Pokal antreten mussten. Aber grundsätzlich haben wir vor, dass der Franz-Beckenbauer-Cup zukünftig das Saisoneröffnungsspiel wird, in dem die Mannschaft, die Neuverpflichtungen, den Fans vorgestellt werden. Es soll einfach ein Spektakel werden, an dem die Leute Spaß haben. Und ich denke, der Franz wird auch zufrieden sein, denn es gibt nicht viele lebende Persönlichkeiten, die mit solch einem Event geehrt werden.“

fcbayern.de: Welchen sportlichen Stellenwert hat die Partie für den FC Bayern?

Rummenigge: „Wir freuen uns schon alle darauf. Es ist ein guter Test zu sehen, wo unsere neue Mannschaft steht. Im letzten Jahr wurden wir ja ein bisschen vorgeführt beim 0:4 in Barcelona. Gegen so eine Klasse-Mannschaft wie Barcelona ist es sicherlich für jeden unserer Spieler reizvoll, sich zu messen und zu präsentieren, zumal wir ja nicht an der Champions League teilnehmen. Die Partie wird weltweit übertragen. Ich denke, es ist das bedeudenste Spiel, das international in diesem Sommer stattfindet.“
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15.08.2007 22:28

Interview mit Karl-Heinz Rummenigge Teil 3 (fcbayern.de)

'Bundesliga muss konkurrenzfähiger werden'
fcbayern.de: Herr Rummenigge, Georg Kofler hat zum 31. August seinen Rückzug als Vorstandschef von Premiere angekündigt. Wird das einen Einfluss auf die Politik des Pay-TV-Partners der Bundesliga haben?

Rummenigge: „Ich kenne die Gründe nicht, warum er zurückgetreten ist. Es kommt offensichtlich für alle überraschend. Ich bin aber überzeugt, dass Premiere auch ohne Georg Kofler ein guter und zuverlässiger Partner der Bundesliga sein wird. Wir vom FC Bayern kennen den Nachfolger Michael Börnicke ganz gut und sind überzeugt, dass es keine negativen Auswirkungen geben wird.“

fcbayern.de: Sie selbst sind vor kurzem in den Vorstand der DFL gewählt worden. Neuer Vorsitzende des Ligaverbandes ist Dr. Reinhard Rauball. Was halten Sie von ihm?

Rummenigge: „Wir vom FC Bayern haben die Personalie Rauball ja schon von Anfang an unterstützt, als er seine Kandidatur bekannt gegeben hat. Ich halte ihn aus mehreren Gründen für den Richtigen. Er ist ein sehr erfahrener Mann, der seit über 20 Jahren mit Profifußball zu tun hat. Er ist auch vom Intellekt her der richtige Vorsitzende. Und da er nicht mehr im operativen Tagesgeschäft tätig ist, hat er auch ausreichend Zeit und eben auch den Rücken frei, diese Tätigkeit auszuführen. Ich bin überzeugt, dass er ein guter Vorsitzender der DFL sein wird.“

fcbayern.de: Wo sehen Sie seine wichtigsten Aufgaben?

Rummenigge: „National ist die Bundesliga ein wunderbares Produkt: Die Stadien sind voll, Sponsoren und Zuschauer sind zufrieden. Aber wir müssen zusehen, dass die Bundesliga international wieder konkurrenzfähiger wird. Dafür brauchen wir mehr Geld vom Fernsehen. Man muss sich nur anschauen, was die Klubs in England, Spanien und Italien kassieren. Es ist sicherlich kein Zufall, dass uns diese Nationen auf Klub-Ebene ein wenig davongelaufen sind. Das sehe ich als eine der wichtigsten Aufgaben in den nächsten Jahren.“

fcbayern.de: Mehr Geld vom Fernsehen, heißt das automatisch auch weniger Fußball im Free-TV?

Rummenigge: „Das eine schließt das andere nicht aus. Die Sportschau ist in Deutschland gelebte Historie. Es wäre schön, wenn die DFL mit dem Pay-TV-Sender - im Moment ist das nur Premiere, ich weiß nicht, ob da noch ein Zweiter oder Dritter seinen Hut in den Ring wirft - und der ARD eine harmonische Lösung finden würde. Wird vom FC Bayern sind daran interessiert, dass eine Sportschau überlebt und der Kontakt zu dem Fan bestehen bleibt, der sich Pay-TV nicht leisten kann.“

fcbayern.de: Wie sehen Sie die Pläne der DFL, den Ligacup auszudehnen und zu einem ähnlichen Wettbewerb wie den DFB-Pokal?

Rummenigge: „Mein Vorschlag wäre, den Ligacup in 2008 noch mal in der jetzigen Form auszutragen und keinen Schnellschuss zu machen. Die UEFA plant momentan, den dritten Startplatz in der Champions League an den Pokalsieger zu vergeben. Die Klubs in Europa sind zwar dagegen, aber man weiß ja nicht, was am Ende des Tages in die Tat umgesetzt wird. Diese Entwicklung sollten wir erst mal abwarten, um dann gemeinsam die besten Lösungen zu finden in Sachen DFB- und Ligapokal. Was wir aber meiner Meinung nach nicht brauchen, ist ein Konkurrenzprodukt zum DFB-Pokal.“

fcbayern.de: Zumal dadurch die Belastung für die Spieler noch größer werden könnte.

Rummenigge: „Wir müssen aufpassen, dass die Belastung nicht überdreht wird, speziell für die Klubs, in denen die Spieler auch noch international beschäftigt sind. Ich bin immer ein Freund der Solidarität, aber Solidarität darf auch nicht überstrapaziert werden. Man darf auch eins nicht vergessen: In England spielen 20 Klubs in der ersten Liga, außerdem haben sie noch zusätzlich den Ligacup, der ähnlich wie bei uns der DFB-Pokal ausgespielt wird. Und wenn die englische Nationalmannschaft dann bei Europa- oder Weltmeisterschaften antritt, sind die Spieler meistens müde und total kaputt. Wir müssen da auch ein bisschen an die Nationalmannschaft denken, dass wir nicht zu viel des Guten machen.“
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evilgrudge
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25.08.2007 19:54

Interview mit Bastian Schweinsteiger (BILD)

'Schweini, warum hast Du schwarze Nägel?'
BILD: Auf dem Platz präsentieren Sie sich mit neuem Selbstbewusstsein. Außerhalb mit schwarz lackierten Fingernägeln. Wie hängt das zusammen?

Schweinsteiger: „Das war ein Spaß. Ich habe eine Wette gegen Kumpels und meine Freundin (Model Sarah Brandner, d. Red.) verloren. Es ging darum, ob ich in den ersten beiden Spielen ein Tor mache. Ich war davon überzeugt, dass ich treffe. Aber das hat nicht geklappt. Zur Strafe musste ich mir von Sarah die Fingernägel lackieren lassen. Mittlerweile ist bei neun Fingern der Lack schon wieder ab. Nur einer bleibt angemalt – bis zum ersten Tor von mir.“

BILD: Auch sonst heben Sie sich modisch ab, kommen nun stets mit Schal zum Training...

Schweinsteiger: „Ich bin so wie ich bin, suche mir meine Klamotten selbst aus. Schließlich muss ich mich darin wohlfühlen.“

BILD: Genau wie im Privatleben...

Schweinsteiger: „Ich denke, dass der Mensch sehr viel über die Seele funktioniert. Wenn sie frei ist, kann man besser arbeiten.“

BILD: Die Liebe hat Ihnen Stärke verliehen?

Schweinsteiger: „Wenn ich jetzt nein sagen würde, würde ich lügen. Sarah hat enormen Anteil an meinen Leistungen. Privat passt derzeit einfach alles.“

BILD: Bei Bayern auch...

Schweinsteiger: „Ja, es macht sehr viel Spaß, mit der Mannschaft zu spielen. Mit dem Team ist sehr, sehr viel möglich, der Titel in allen Wettbewerben drin.“

BILD: Auch weil Ihr Trainer Ottmar Hitzfeld keine Schwäche zulässt?

Schweinsteiger: „Er ist der wichtigste Baustein im ganzen Gebilde. Wichtiger als Luca Toni oder Franck Ribéry. Er stellt die Mannschaft zusammen, ist der uneingeschränkte Chef. Dazu hat der Trainer sich und seine Methoden weiterentwickelt. Es wird sehr viel individuell gearbeitet. Das macht der Mannschaft riesig Spaß.“

BILD: Was sich im Zusammenspiel zwischen Ribéry und Ihnen auf dem Platz ausdrückt...

Schweinsteiger: „Ich bin froh, dass ich ihn in meiner Mannschaft habe. Durch seine Art zu spielen kann ich mehr auf dem Platz machen. Er ist wie ich ein Instinktfußballer, spielt auch Pässe, die unerwartet sind. Das gefällt mir. Franck trägt einen großen Anteil daran, dass ich so richtig Freude am Fußball habe.“

BILD: Dabei hatten Sie viele abgeschrieben, als der Verein 70 Millionen Euro in neue Stars investierte. Wie reagierten Sie?

Schweinsteiger: „Ich habe mich nie irgendwo hingesetzt und gedacht: Oh Gott, jetzt kommen so viele Spieler, jetzt sitze ich auf der Bank. Ganz im Gegenteil: Ich war und bin Optimist. Ich weiß, was ich kann. Außerdem habe ich gespürt, dass ich noch Luft nach oben habe, und war daher überzeugt zu spielen.“

BILD: In der vergangenen Saison waren Sie es nicht immer – steckten wie fast alle jungen Nationalspieler in einer Krise...

Schweinsteiger: „Wir Jungen wussten, dass es nach der WM hart wird, aber hatten nicht erwartet, dass es so extrem wird. Besonders die Spiele im November und Dezember waren schwierig. Da bin ich in die Kabine gekommen und war richtig platt – auch vom Kopf her. Jetzt ist es ganz anders. Ich fühle mich frischer und
kräftiger.“

BILD: Erleben wir den stärksten Schweini aller Zeiten?

Schweinsteiger: „Auf jeden Fall ist es der reifste Schweini bislang. Rückblickend hat mich die Krise stärker gemacht. Ich habe gelernt, mit Rückschlägen
umzugehen.“

BILD: Wie schwer fiel es Ihnen dann, Ihr Comeback in der Nationalmannschaft verschieben zu müssen?

Schweinsteiger: „Mir hat es richtig wehgetan, dass ich am Mittwoch nicht dabei sein konnte. Im Wembley-Stadion vor 90 000 Zuschauern gegen England zu spielen – das bleibt auch noch nach deiner Karriere im Kopf drin. Es war eines der schönsten Spiele. Jetzt werde ich mein Comeback am 8. 9. beim EM-Quali-Spiel in Wales geben.“

BILD: Welche Bedeutung hat die EM 2008 für Sie?

Schweinsteiger: „Eine unglaublich große. Ich will dort auf jeden Fall eine zentrale Rolle spielen. Für meine weitere Entwicklung kommt die EM genau zum richtigen Zeitpunkt. Mit der WM habe ich schon etwas Großes erlebt, bringe 2008 noch mehr Erfahrung mit. Ich gehe davon aus, dass die anderen jungen Spieler und ich dann noch abgezockter agieren können.“
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