„Ich spiele, wo der Trainer mich aufstellt“
Goal.com: Jose, Du wechselst zu einer Mannschaft, die sich vorgenommen hat, in nächster Zeit einfach alles zu gewinnen. Ist das ein Extra-Druck? Oder findest du die Tatsache, dass Bayern die Meisterschaft und auch den UEFA-Cup im Visier haben, eher als hilfreich und als große Möglichkeit für dich?
Jose Ernesto Sosa: Ich gehe auf jeden Fall mit den besten Erwartungen zu den Bayern. Ich werde mir den Platz in der Mannschaft natürlich hart erarbeiten müssen. Aber ich denke dabei immer positiv, auch wenn die Entscheidungen nicht von mir getroffen werden. Der deutsche Fußball bedeutet mit Sicherheit eine Umstellung. Das Wichtigste wird sein, möglichst erfolgreich Fußball zu spielen.
Goal.com: Bei den Bayern spielt mit Martin Demichelis auch ein anderer Argentinier. Ist das eine Hilfe?
Jose Ernesto Sosa: Für mich auf jeden Fall. Es wird nicht leicht werden für mich und ich denke, dass er mir dabei aber immer eine Hand reichen wird.
Goal.com: Wie gefällt dir die Stadt?
Jose Ernesto Sosa: Sehr gut, München ist eine sehr schöne Stadt. Bei meinem ersten Besuch war ich Mitten im Herzen Münchens, in der Innenstadt. Dort hat es mir sehr gefallen. Und das Stadion ist einfach unglaublich. Ich denke, dass ich meine Zeit bei den Bayern genießen werde.
Goal.com: Was weißt du bisher über den deutschen Fußball. Wird hier ein wenig härter als in Argentinien gespielt?
Jose Ernesto Sosa: Ich kenne bisher natürlich nur das, was man im Fernsehen sehen konnte. Es ist sicherlich ein sehr harter Fußball, doch spielen können die Deutschen auch. Ich werde mich anpassen müssen, so gut wie möglich Fußball spielen müssen. Gut, aber letztendlich sind das alles Dinge, die ich nach den ersten Begegnungen besser beurteilen kann.
Goal.com: Was wird dir mehr Schwierigkeiten bereiten: die Kälte oder die Sprache?
Jose Ernesto Sosa: In erster Linie denke ich schon, dass es die Sprache sein wird. An das Klima wird man sich sicherlich gewöhnen, wenn man dort lebt. Die Sprache wird aber eine kompliziertere Sache werden. Dennoch hoffe ich, dass ich dann auch schnell Deutsch lernen werde.
Goal.com: Bedeutet Bayern München für dich in erster Linie ein Sprungbrett, um von dort aus nach Italien oder Spanien gelangen zu können? Oder denkst du eher daran, eine lange Karriere bei deinem neuen Verein zu starten?
Jose Ernesto Sosa: Hoffentlich ja, es wäre schön, wenn ich dort eine lange Zeit verbringen und gute Leistungen zeigen kann. Als Spieler denke ich natürlich in erster Linie daran, guten Fußball zu spielen. Und Bayern ist mit Sicherheit ein guter Ort dafür.
Goal.com: Man spricht davon, dass du im Mittelfeld auch das Loch füllen sollst, was Ballacks Wechsel hinterlassen hat. Ist diese Erwartung ein zusätzlicher Druck oder die Erfüllung eines Traumes?
Jose Ernesto Sosa: Ach nein, ich nehme das nicht so ernst. Ballack war ein enorm wichtiger Spieler für seine Mannschaft. Ich muss in erster Linie guten Fußball spielen. Erst einmal will ich einen Stammplatz gewinnen, danach mir den Respekt erarbeiten und danach kann man weiter schauen.
Goal.com: Du hast nach einer starken Saison auch für die Nationalmannschaft Argentiniens gespielt. Denkst du, dass der Wechsel dir auch dahingehend helfen wird zu reifen und du auch weiterhin die Möglichkeit hast, für deine Heimat spielen zu dürfen?
Jose Ernesto Sosa: Hoffentlich, klar. Den Traum, für die Nationalmannschaft zu spielen, hat man natürlich immer. Beim Klub fängt es immer an. Dort muss man gute Leistungen zeigen und danach hat man vielleicht die Möglichkeit. Ich hoffe natürlich....
Goal.com: Wo auf dem Fußballplatz fühlst du dich persönlich eigentlich am wohlsten?
Jose Ernesto Sosa: In erster Linie da, wo der Trainer mich sehen will, wo er denkt, dass mein Spiel am besten zur Geltung kommt. Im Mittelfeld mit sehr viel Freiraum spielen zu dürfen, gefällt mir natürlich am besten.
