Randale in der Oberliga(Darmstadt 98-Eintracht FrankfurtU23)

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Randale in der Oberliga(Darmstadt 98-Eintracht FrankfurtU23)

23.09.2007 16:08

Ein "kurzer" Post aus dem Eintracht Forum von gester.
Es geht um das Oberliga-Derby zwischen SV Darmstadt 98 - Eintracht
Frankfurt U23. Ich war dabei.. mitten drinn sogar. Ich habe mir nichts
zu Schulden kommen lassen, habe aber alles hautnah erlebt :)

Heimspiel in Bochum …

… sollte eigentlich hier stehen. Doch die Ereignisse des heutigen Samstages vor und während des Spieles unserer U23 in Darmstadt lässt das 0:0 am Feitag Abend etwas in den Hintergrund treten. Beiden Tagen war die strahlende Sonne gemein – und die Möglichkeit beider Teams die Tabellenführung zu erobern. Während ich insgeheim mit einem 0:1 in Bochum rechnete, welches auch kein Beinbruch gewesen wäre, ist für die U23 die Tabellenführung im End relativ bedeutungslos, da die ersten Vier das gleiche Ziel erreichen, nämlich den Aufstieg in die kommende neue Regionalliga. Recht unspektakulär verlief der Weg ins Ruhrgebiet, ebenso unspektakulär war die Partie und bis auf die ärgerliche Tatsache, dass einige meinten in unseren Block pissen zu müssen, der unten zwar proppevoll war, aber weiter oben noch reichlich Platz bot, lieferte unsere Seite einen lautstarken Support. Markus Pröll verletzte sich noch in der ersten Hälfte am Kopf und Oka Nikolov wurde bei seiner Einwechslung zu Beginn der 2. Halbzeit von Frankfurter Rauchbomben begrüßt.
Dass auf der Rückfahrt neben uns der Müllbeutel müffelte, auf der anderen Seite der Blick in die vorbeirauschende Nacht durch eine Strebe im Fenster versperrt war, die Jungs hinter und neben uns während der gesamten Fahrt dermaßen laut brüllten, dass es an Körperverletzung glich und dazu Helge Schneider völlig übersteuert aus den Boxen dröhnte, machte das „Erlebnis Fußball“ nicht besser. Der Dreck vor den Bussen auf der Raststätte, das Trommeln an die Scheibe, vollgepisste Hosen und Blöcke, völlig verdreckte Raststätten – manchmal geht mir die geballte Lieblosigkeit ganz gewaltig auf den Sack.
Ausstieg Südseite. Taxi. Heim.
Ich war selten so froh, nach einem Auswärtsspiel wieder zu Hause zu sein – das ist beim Fußball kein gutes Gefühl. Spitzenreiter blieben die Bayern und es war mir so was von egal.
-

Samstag Mittag, die Sonne verweist auf ein chilliges Oberligaspiel, der Golf saust über die Autobahn Richtung Darmstadt, aus den Boxen rumpelt eine Mischung aus Ska und Rose Tattoo, gepaart mit einem Häppchen Anthony Sabini - oh gelobte Freiheit und Selbstbestimmung. Im Wohngebiet am Stadion finden wir flugs einen stadionnahen Parkplatz, nehmen die Hürde Einlass souverän und fragen den Ordner nach dem Weg zum Gästeblock. Dieser zuckt ahnungslos mit den Schultern und wir fragen die Verkäuferin des Lilienkurier nach dem Weg zum Gästeblock. Diese zuckt ahnungslos mit den Schultern. Ich frage eine Polizistin. Diese ist leicht irritiert und schickt uns links den Block hinauf. Hinter einigen Darmstädtern laufen wir durch den Heimblock auf einen Ordner zu, der uns natürlich nicht über den Trennblock in die Gästekurve lässt. Order ist Order, wir latschen also zurück und fragen einen nächsten Ordner nach dem Weg zum Gästeblock. Als er uns wieder aus dem Stadion hinausschicken will, frage ich leicht genervt, ob wir mit unseren Karten denn wieder Einlass finden würden. Er wollte das Ticket sehen, las es sich durch und staunte, wie wir mit der Gästekarte überhaupt hier rein gekommen sind. Das soll nicht mein Problem sein, Pia wundert sich derweil, weshalb der Ordner meine Bochum-Eintrittskarte in der Hand hält. Hattergarnich gemerkt. Ich aber auch nicht, die Karte steckte noch von gestern im Geldbeutel, und da beide Tickets blau-weiß sind, hatte ich ihm diese gegeben. Zwischenzeitlich passierte Bernd Hölzenbein samt Gattin den Einlass, eine kurze Begrüßung und schon marschierten wir wieder hinaus, nachdem unser Ordner via Funk noch die Leute von irgendeinem anderen Eingang instruierte. Nett war er; aber relativ kompliziert; anstatt uns einfach die paar Meter zu begleiten, schickte er uns einmal rund um das Stadion. Da vorne links. Da vorne ging es aber nicht links, sondern nur geradeaus. Wir liefen zurück, bogen in eine Autosackgasse ein, die sich allerdings auch als Fußgängersackgasse entpuppte. Vor uns lag ein Schwimmbad, Fußballplätze und kilometerlange Zäune, während das Spiel mittlerweile begonnen hatte. Da mir langsam der Kamm schwoll, und wir keine Ahnung hatten, wie lange noch zu laufen war, eilten wir auf staubigen Pfaden zurück zum alten Eingang, ignorierten den Einlassordner und forderten bei "unserem" Ordner unmissverständlich, dass er uns bitteschön jetzt auf dem kurzen Dienstweg nach drüben bringen möge. Zwischenzeitlich schaltete sich ein weiterer Security ein, und nach einigem hin und her hatten wir es geschafft. Er begleitete uns durch den gesperrten Block zu den Stehrängen im Gästeblock. Unterwegs hatte sich uns noch Frau Hölzenbein angeschlossen, die bis eben vergeblich mit einem Ordner debattierte. „Ich möchte in die Sonne.“ waren ihre Worte.
Wahrscheinlich würden wir jetzt noch auf der anderen Seite am Gästeeingang stehen, wenn wir den ersten Anweisungen des ersten Ordners gefolgt wären. Dazu später mehr.

Bei uns im Block war es erstaunlich leer und erstaunlich ruhig. Die Darmstädter erprobten sich im Wechselgesang, die Flutlichtmasten ragten gelangweilt in den Sonnenhimmel, kein Gedränge am Bierstand und die Führung zum 1:0 für unsere U23 tat ihr übrigens zum entspannten Fußballnachmittag - so dachten wir zunächst und wunderten uns immer noch über die geringe Zahl Frankfurter. Bis Matze und Sabine uns darüber aufklärten, dass etliche Fans noch vor den Toren warten mussten und vor dem Eingang dreifach kontrolliert wurden. Einige wurden sogar noch persönlich in den Block gebracht. Derweil kursierte die Meldung, das Radio melde etwas von „Frankfurter Hooligans verwüsten Darmstädter Innenstadt“. Ok, das wird so nicht stimmen dachten wir, aber tippten auf „unmotivierte Notbremse, zerbrochene Scheiben und Sachbeschädigung“ von unserer Seite und zeitgleicher Provokation und Überforderung seitens der Cops. Dies alles schien zuzutreffen, wie wir später durch einzelne Gespräche erfahren sollten. Denn plötzlich füllte sich der Block, erst tröpfchenweise und urplötzlich waren sie da. „Lilienschweine“ donnerte über die Stufen und die Jungs rasten auf den Zaun zu, rüttelten traditionsgemäß heftigst daran, und dabei muss ein Tor zum Platz aufgesprungen sein. Da sich Ordner und Polizei bislang im Block relativ zurückgehalten hatte, gelang es ein paar Jungs Richtung Eckfahne zu laufen – Gott sei dank waren einige dabei, welche verhindern konnten, dass das Spielfeld betreten wurde. Einzig die Eckfahne flog zur Seite. Währenddessen pfiff eine Rakete von unserer Seite aufs Feld. Etliche Darmstädter flitzten in Richtung unserer Kurve, die Cops marschierten auf, Rauch dampfte und der Schiedsrichter unterbrach das Spiel für einige Minuten. Ich hätte kotzen können; Gegen Wörsdorf oder Lohfelden hat sich kaum jemand für die U23 interessiert – und heute versauen uns ein Haufen Trollos das Spiel und wahrscheinlich die Punkte, als gäbe es kein Morgen. Hoffentlich konnte Frau Hölzenbein, die „ja nur in die Sonne wollte“ wieder locker raus aus dem Block.

Als es dann weiter ging, fiel mit dem Halbzeitpfiff der Ausgleich, was den Stadionsprecher zu der Ansage veranlasste: Dies war die sportliche Antwort auf die Randale. Dank dafür, solche Texte von offizieller Seite gießen nur Öl ins Feuer einer sowieso schon aufgeheizten Situation und sind in meinen Augen absolut unpassend und kontraproduktiv.

Nach dem Seitenwechsel schossen unsere Jungs noch drei Tore – ließen sich aber nicht von unserer Kurve feiern, obwohl sie sich freuten – der Jubel vor der Kurve wäre einer Anerkennung der Aktionen der ersten Hälfte gleichgekommen. Wir dachten allerdings schon nach dem zweiten Treffer an eine mögliche Aberkennung der Punkte. Auch Peter von FanOmania wunderte sich über das Verhalten unserer Fans. Dass später Stofftiere von unserer Seite nach den Darmstädtern geworfen wurde, wäre normalerweise unter „witzig“ verbucht worden – heute rief es von meiner Seite kaum ein Lächeln hervor. Von Darmstädter Seite flatterten noch zwei Raketchen in die Luft, welche auch noch vom Stadionsprecher den Frankfurtern zur Last gelegt wurden. Diese wiederum zündeten einige Rauchbomben, pöbelten ein wenig und hielten mal ein Plakat hoch, worauf angstzUstanD stand, was mir relativ wurscht war. Öri erinnerte an den Punktabzug von dem Oberrad-Spiel, sprach von „mindestens fünf Punkten jetzt“ und ärgerte sich genau wie wir über das Verhalten derer, die offensichtlich nur wenig Interesse am Fußball haben.

Direkt nach dem Schlusspfiff verließen wir den Block, folgten unwillig der Order der Polizei, die alle Frankfurter Richtung Bahnhof schickten, auch die, die mit dem Auto angereist waren und dackelten durch Wald und Schrebergärten an aus der Erde gekippten Zäunen vorbei Richtung Hauptstraße, die von der Polizei gesperrt war. Wir wollten durch die Sperre zu unserem Auto laufen, hatten aber keine Chance. Eine Vettel von Cop sah sich nicht in der Lage, zwei harmlose Frankfurter wie Pia und mich zum eigenen Wagen durchzulassen. Wie die Mauerschützen verfolgen sie Anweisungen, ohne abzuwägen, wer oder was ihnen gegenübertritt. Ich kann sie momentan alle nicht mehr sehen, die Stresspatienten, die sich einen Scheiß um die Eintracht oder um Fußball kümmern, die nur eine Plattform zur Selbstdarstellung suchen, die Turtles, die schwer gepanzert stur die unsinnigsten Anweisungen befolgen, die ganze alberne Choose, die dazu führt, dass wir mit Gästekarten ohne Probleme in den Darmstädter Block gelangen konnten, während die anderen mit den passenden Karten vierzig Minuten warten müssen.

Ich bepöbelte noch ein paar Polizisten, die mich auch dann nicht durchlassen wollten, und marschierte missmutig zur nahe liegenden Kneipe, Pia holte ne Cola und wir hockten uns auf die Stufen und warteten, bis wir endlich zum Auto gehen konnten. Sonnig war’s auf der Heimfahrt, eigentlich ein schöner Tag.

Bleiben folgende Fragen:

Weshalb kann der Einlass zu einem Fußballspiel nicht so organisiert werden, dass alle pünktlich ins Stadion kommen?

Weshalb muss man in der Gruppe den Breiten machen?

Weshalb klagt man über überzogene Einlasskontrollen, wenn selbst danach noch jede Menge Rauch und Raketen in den Block gelangen?

Weshalb nimmt man das Zeug mit, wenn man genau weiß, dass unsere U23 quasi auf Bewährung spielt?

Weshalb ist der Zugang vom Block zum Platz nicht so gesichert, dass er während des Spiels nicht geöffnet werden kann?

Weshalb muss man durch das offene Tor stürmen?

Weshalb wird regelmäßig über die Polizeipräsenz im Block und Überwachung gejammert, - wenn bei relativer Distanz der Cops im Zweifel sofort das Argument kommt: War ja auch keine Polizei da?

Ist euch der Kampf ob der SVs wirklich egal?


Ach ja, wir sind Spitzenreiter.


Auf diesen Beitrag antworten
Es wurden 2 Scheiben der Straßenbahn zerstört, Grund hierfür war das wir mit der Straßenbahn mitten durch die Innenstadt mussten. 2 Bierdosen wurden auf die Bahn geworfen worauf einige unserer Fans die Notbremse gezogen haben, die Türaufgerissen haben und auf die Darnstädter los sind!

Hier auch noch Mal die Polizeiliche Pressemitteilung:
22.09.2007 | 20:48 Uhr
POL-DA: Fußballspiel zwischen Darmstadt und Frankfurt erfordert Einsatz starker Polizeikräfte

Darmstadt (ots) - Mit einem starken Aufgebot der Polizei wurde das
Spitzenspiel der Oberliga Hessen zwischen dem SV Darmstadt 98 und
Eintracht Frankfurt U 23 begleitet.
Ca. 400 Frankfurter Fans kamen schon frühzeitig mit der S-Bahn am
Darmstädter Hauptbahnhof an und sollten mit der Straßenbahn zum
Stadion am Böllenfalltor fahren. Durch das Ziehen der Notbremsen und
den Bruch von zwei Seitenscheiben war die Fahrt in den Innenstadt zu
Ende und die Fans mussten ihren Weg zu Fuß ans Böllenfalltor
fortsetzen.
Fünf Fußballfans wurden in Gewahrsam genommen, um sie an weiteren
Störungen zu hindern. Weiterhin konnte eine Vielzahl von Rauchbomben
und Schwarzpulver sichergestellt werden. Drei Fans wurden wegen
Drogenbesitz, einer wegen einer Widerstandshandlung festgenommen.
Kurz vor der Halbzeitpause stürmten die Frankfurter Fans, die
mittlerweile auf ca. 1200 angewachsen waren, an den Zaun zum
Stadioninnenraum und drückten dabei das dortige Tor auf. In dieser
Phase wurden aus der Fankurve Leuchtraketen abgefeuert. Die in den
Innenraum drängenden Fans konnten schnell durch starke Polizeikräfte
zurück gedrängt werden.
Das weitere Spiel verlief störungsfrei. Nach dem Spiel wurden die
Frankfurter Fans problemlos zu Fuß bis zum Hauptbahnhof begleitet,
ohne dass es zu Störungen oder Straftaten kam.

Um Auseinandersetzungen der Fangruppen zu verhindern und möglichst
schnell abgesplitterte Fangruppen erkennen zu können, wurde zeitweise
ein Polizeihubschrauber eingesetzt.
Die Polizei bedauert, dass dadurch viele Bürger in der
Nachmittagsruhe gestört wurden, wunderte sich aber auch, dass bei
vielen Beschwerden aus der Bevölkerung keinerlei Verständnis für die
Notwendigkeit der Maßnahme aufgebracht wurde.


ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen
Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=4969
Alles bissi viel und nicht gerade sortiert^^
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25.09.2007 12:20

Servus,

war ja klar das es in Darmstadt knallt. Ob man es gut finden soll naja muss jeder selber wissen :wink:
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