"Das ist natürlich eine außergewöhnliche Auszeichnung, die ich aber der Leistung des ganzen Teams zu verdanken habe. Die Ehrung erfüllt mich mit Freude und Stolz", erklärte Klinsmann am Abend gegenüber der dpa. Die Übergabe fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der "Macher" des WM-Sommermärchens bei seinem ersten Besuch in Deutschland 234 Tage nach dem WM-Finale einen Medienauflauf vermeiden wollte, begründete sein Berater Roland Eitel."Das war eine lange geplante Privatreise. Ich habe keinen Drang, in der Öffentlichkeit zu sprechen", so "Klinsi".
So wird er auch dem Gipfeltreffen des deutschen Fußballs am morgigen Donnerstag, bei dem ein offizieller Schlussstrich unter die WM 2006 gezogen wird, und die Auflösung, die Abschlussbilanz und die Entlastung des WM-Organisationskomitees sowie der Ausblick auf die Bewerbung für die Frauen-WM auf dem Programm stehen, ohne den Schwaben stattfinden. Er habe nie an eine Teilnahme gedacht, so Klinsmann.
Das Bundesverdienstkreuz, das ihm nun zuteil wurde, hätte er bereits am 14. August des vergangenen Jahres von Bundespräsident Horst Köhler in Empfang nehmen sollen, verzichtete da aber. Bei der Ehrung der Nationalspieler mit dem Silbernen Lorbeerblatt wollte er die Aufmerksamkeit nicht auf seine Person richten, begründete Klinsmann damals sein Fernbleiben.
Klinsmann hatte die DFB-Auswahl bei der WM im eigenen Land auf den dritten Platz geführt und ganz Deutschland in schwarz-rot-goldene Euphorie versetzt. Nach der Endrunde trat der Weltmeister von 1990 als DFB-Coach zurück. Trotz zahlreicher Anfragen hat der Ex-Bundestrainer noch keinen neuen Job übernommen. Mit dem US-Verband hatte er Ende 2006 verhandelt, den Posten des amerikanischen Nationaltrainers dann aber doch nicht übernommen. "Ich beschäftige mich derzeit viel mit Fortbildung, aber früher oder später werde ich in den Trainerbereich zurückkehren. Es muss aber eine optimale Lösung sein", erklärte der 108-malige Nationalstürmer.



