Fünferpack!
FCB stürmt ins Pokal-Viertelfinale
Mit einem Paukenschlag hat sich der FC Bayern aus der Winterpause zurückgemeldet! Beim VfB Stuttgart gewann der Rekordmeister am Dienstagabend nach einer glanzvollen Vorstellung auch in der Höhe verdient mit 5:1 (3:0) und zog souverän ins DFB-Pokal-Viertelfinale ein. Gleichzeitig war es eine perfekte Generalprobe für den Bundesliga-Auftakt am Freitag in Hamburg.
Vor 55.500 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena sorgten Bastian Schweinsteiger (14.), Franck Ribéry (16.) und Luca Toni (43.) bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Zudem scheiterte Ribéry mit einem Handelfmeter an VfB-Torwart Jens Lehmann (21.). Im zweiten Durchgang trat dann Schweinsteiger zum Strafstoß an und erhöhte auf 4:0 (55.), Zé Roberto (59.) machte schließlich den höchsten Saisonsieg perfekt, an dem auch Mario Gomez‘ Ehrentreffer (84.) kurz vor Schluss nichts mehr änderte.
Nach 44 Tagen Winterpause war die Startaufstellung des FC Bayern im ersten Spiel des neuen Jahres mit Spannung erwartet worden. Bis auf zwei Ausnahmen vertraute Jürgen Klinsmann dabei der gleichen Elf, die im letzten Hinrundenspiel ebenfalls in Stuttgart aufgelaufen war. Nur der damals verletzte Franck Ribéry sowie Christian Lell standen neu in der FCB-Anfangsformation, Tim Borowski und Massimo Oddo rückten dafür auf die Ersatzbank.
„Es wird viel von den ersten 20, 25 Minuten abhängen. Da wollen wir kein Tor kassieren und dann unser Spiel nach vorne aufbauen“, sagte Klinsmann kurz vor dem Anpfiff. Entsprechend abwartend begannen die Bayern, die sich zunächst vor allem auf ihre defensive Organisation konzentrierten. Höhepunkte blieben so in den ersten zehn Spielminuten Mangelware.
Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Zunächst streifte ein Kopfball von Martin Demichelis aus sechs Metern Torentfernung die Latte (10.), dann spielte VfB-Linksverteidiger Arthur Boka an der Außenlinie Schweinsteiger den Ball in die Füße. Der FCB-Mittelfeldspieler zog in den Strafraum und hämmerte die Kugel aus spitzem Winkel in die Maschen des VfB-Tors - 1:0 (14.).
Nur 131 Sekunden später zappelte die Kugel nach einem klasse Spielzug erneut im Netz. Ribéry spielte Zé Roberto den Ball in den Fuß, dessen Flanke legte Toni am zweiten Pfosten quer und Ribéry musste nur noch einschieben - 2:0 (16.). In der 21. Minute hatte der Franzose dann die Chance zum dritten FCB-Treffer, nachdem Boka einen Klose-Schuss im Strafraum mit der Hand abgewehrt hatte. Den fälligen Elfmeter lupfte Ribéry in die Mitte des Tores, doch VfB-Keeper Lehmann roch den Braten und parierte.
Rensing beschäftigungslos
Diese vergebene Chance brachte die Bayern aber nicht aus dem Takt. Sie bestimmten weiter fast nach Belieben die Partie und zeigten angetrieben von Ribéry und Zé Roberto gute Kombinationen. Der VfB konnte die Münchner mehrfach erst in letzter Sekunde am Torschuss hindern, entwickelte in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit dann aber erstmals selbst etwas Druck. Michael Rensing im FCB-Tor blieb bis zur Pause jedoch beschäftigungslos.
Gefährlicher agierten nach wie vor die Bayern, die noch vor der Halbzeitpause ihren dritten Treffer erzielten. Ribéry spielte den Ball genau durch die Nahtstelle der Stuttgarter Viererkette und Toni lupfte die Kugel ins lange Eck (43.). Dann waren die ersten 45 Minuten abgelaufen.
Lehmann foult Zé Roberto
Mit Andreas Ottl für den leicht angeschlagenen Mark van Bommel (Wadenverhärtung) kamen die Münchner aus der Kabine, das erste Ausrufezeichen setzte aber der VfB, der in der Pause neuen Mut gefasst hatte. Jan Simak zwang Rensing in der 47. Minute zu seiner ersten Parade. Wenige Sekunden später versuchte es der Tscheche mit einem Freistoß, erneut war Rensing zur Stelle und wehrte den Ball nach vorne ab. Der eingewechselte Ciprian Marica staubte ab, doch der Treffer zählte wegen einer Abseitsstellung nicht (47.).
Die Tore fielen weiterhin auf der anderen Seite. Lehmann holte Zé Roberto im Strafraum von den Beinen, den fälligen Elfmeter verwandelte Schweinsteiger sicher zum 4:0 (55.). Drei Minuten später landete ein abgefälschter Schuss von VfB-Stürmer Mario Gomez an der Latte. Zielsicherer war kurz darauf Zé Roberto, der einen perfekt gespielten Konter über Ribéry und Toni mit einem Flachschuss durch Lehmanns Beine abschloss - 5:0 (59.).
Debüt von Donovan
Inzwischen hatte Klinsmann mit Hamit Altintop und Landon Donovan zwei frische Kräfte gebracht. Letzterer hätte bei seinem Pflichtspieldebüt im FCB-Trikot mit der ersten Ballberührung beinahe den sechsten Treffer erzielt, zielte aber knapp vorbei (68.). Vier Minuten später parierte Lehmann den Schuss des US-Nationalspielers, Philipp Lahm schoss knapp am Tor vorbei (81.).
Die Bayern hatten längst mindestens einen Gang zurückgeschaltet, so kam der VfB noch zu Möglichkeiten. Zunächst prüfte Marica Rensing mit einer Direktabnahme aus nächster Nähe, der FCB-Keeper lenkte den Ball reaktionsschnell an die Latte (74.). Kurz vor Schluss fiel dann doch noch der Stuttgarter Ehrentreffer. Gomez verkürzte nach einem Eckball auf 1:5 (84.) - der Endstand.
Spielstatistik
VfB Stuttgart - FC Bayern 1:5 (0:3)
VfB Stuttgart Lehmann - Osorio, Tasci, Delpierre, Boka - Hilbert (46 Marica), Khedira, Hitzlsperger, Simak - Bastürk (58. Lanig), Gomez
FC Bayern Rensing - Lell, Lucio, Demichelis, Lahm - Schweinsteiger (59. Altintop), Van Bommel (46. Ottl), Zé Roberto, Ribéry - Toni (67. Donovan), Klose
Ersatz: Butt, Breno, Oddo, Borowski
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Zuschauer: 55.500 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Schweinsteiger (14.), 0:2 Ribéry (16.), 0:3 Toni (43.), 0:4 Schweinsteiger (55./Foulelfmeter), 0:5 Zé Roberto (59.), 1:5 Gomez (84.) Ribéry verschießt Handelfmeter (21.).
Gelbe Karten: Bastürk / Demichelis, Toni, Ribéry
Quelle
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