UefaCup: Olympique Marseille - BSC Young Boys (Hinspiel 3-3)
Olympique Marseille - BSC Young Boys (Hinspiel 3-3)
20:45 Stade Velodrome (M6)
YB setzt auf die Offensive
Die Young Boys sind mit einer klaren Vorgabe zum Rückspiel der letzten UEFA-Cup-Qualifikationsrunde nach Marseille gereist.
Nach dem 3:3 zuhause müssen sie beim Leader der Ligue 1 heute (20.45 Uhr) gewinnen, um erstmals seit 13 Jahren in den UEFA-Cup einzuziehen.
Dass es erneut zu einer so torreichen Begegnung kommt wie im Stade de Suisse und den Young Boys ein höheres Remis als 3:3 zum Weiterkommen reicht, erscheint unwahrscheinlich. Dagegen sprechen die letzten Resultate der beiden Vereine. Die Berner haben in der Axpo Super League nie mehr als drei Tore hinnehmen müssen; Marseille ist nach drei Meisterschafts-Runden sogar noch ohne Gegentreffer.
Trotz des exzellenten Saisonstarts von Marseille mit zwei Siegen und einem Unentschieden ist YB-Trainer Gernot Rohr vor dem Gastspiel im 60 000 Zuschauer fassenden Vélodrome, das wohl etwa zur Hälfte gefüllt sein wird, zuversichtlich: «Solange es 0:0 steht, werden die Franzosen zittern. Wir wollen gut beginnen, keine Fehler machen und den Spielaufbau des Gegners schon früh stören.»
Rohr schliesst nicht aus, mit drei Stürmern anzutreten, um den Druck auf die arg dezimierte Defensive der Südfranzosen hoch zu halten. Mit den gesperrten Taye Taiwo, Ronald Zubar und Lorik Cana fehlen im Abwehrverbund drei Stammspieler.
Yakin angeschlagen
Rohr kann bis auf Hakan Yakin auf sein gesamtes Kader zählen. Yakin wird bestenfalls auf der Ersatzbank Platz nehmen. Der Spielmacher leidet an einer Knochenabsplitterung im Knöchel, die in der Winterpause wahrscheinlich operativ entfernt werden muss. Dafür kann YB wieder auf Carlos Varela zählen, der zuletzt gegen Aarau verletzt ausgeschieden war. Seine Schnelligkeit könnte ein Mittel sein, die uneingespielte und relativ langsame Verteidigung von Marseille zu destabilisieren.
Eine wichtige Rolle kommt auch José Delfim zu. Der Portugiese, der auf diese Saison hin von Marseille zu YB gewechselt ist, soll die Kreise von OM-Spielmacher Franck Ribéry stören. «Ich habe mich nicht speziell auf das Duell mit ihm vorbereitet. Wir müssen als kollektiv gegen ihn agieren.»
Und Rohr ergänzt: «Ein einziger Spieler kann Ribéry nicht kontrollieren. Einer muss ihn decken und ein anderer muss dafür sorgen, dass er keinen Raum für seine Dribblings hat.» Der französische Internationale befindet sich nach der überzeugenden WM bereits wieder in Hochform und war in den letzten beiden Partien gegen Rennes (2:0) und Auxerre (3:0) Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft.
Spiel unter besonderer Beobachtung
Während Marseille am Samstag in Auxerre eine eher leichte, kräfteschonende Aufgabe zu bewältigen hatte, spüren die Young Boys noch die Nachwirkung ihres Efforts gegen den FC Aarau, den sie letzlich mit acht Fedspielern 1:0 schlugen.
«Wir mussten viel rennen. Es wird sich zeigen, wie gut wir uns davon erholt haben», so Rohr. An Motivation wird es den Young Boys nicht fehlen, dafür haben das gehässige Hinspiel und die Drohanrufe von heissblütigen OM-Fans an Varela gesorgt. Die UEFA hat angekündigt, die Partie besonders genau zu beobachten.
Mögliche Aufstellungen:
Marseille: Carrasso; Beye, Civelli, Cesar, Cantareil; Lamouchi, Oruma; Ribéry; Maoulida, Pagis, Niang.
Young Boys: Wölfli; Gohouri, Milicevic, Tiago, Hodel; Delfim; Schwegler, Raimondi; Häberli; Varela, João Paulo.
Quelle: fussball.ch
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