Krupp beschimpft deutsche WM-Fans
Halifax – Oje, sie lassen aber auch wirklich keine Peinlichkeit aus. Die deutschen Eis-Anarchen scheinen die Chaos-Tage in Kanada so richtig zu genießen.
Nachdem sich die Verbandsbosse im andauernden Theater um Doping-Test-Verweigerer Florian Busch und der amateurhaften Affäre um den nicht spielberechtigten Jason Holland bereits prächtig blamiert haben, tritt jetzt auch noch Bundestrainer Uwe Krupp voll ins Fettnäpfchen.
Nach der 4:6-Pleite gegen die USA hat Krupp im Frust nichts Besseres zu tun, als die eigenen Anhänger zu beschimpfen. „Wenn die Fans uns nicht unterstützen wollen, sollen sie ins nächste Flugzeug steigen und nach Hause fliegen“, poltert Krupp, weil das zahlende Publikum es gewagt hat, seinen Unmut über die Verbandsspitze zu bekunden.
Die rund 500 mitgereisten Deutschen hatten im Halifax Metro Centre auf Plakaten die DEB-Bosse attackiert und den Rauswurf von Generalsekretär Franz Reindl gefordert. „Profis auf dem Eis, oben Amateure, Reindl raus“, hieß es auf Schildern in Schwarz, Rot und Gold.
„Das ist eine Unverschämtheit“, ereifert sich Krupp nach der Partie, um dann selbst unverschämt zu werden gegenüber Leuten, die lange für diesen 5.000 Kilometer weiten Trip ins Mutterland des Eishockeys gespart haben.
„Zwei Jahre lang waren wir fast alleine. Jetzt kommen ein paar und machen so was. Da ist es besser, wenn keiner kommt“, schimpft der Bundestrainer und fordert die Fans doch glatt zur Heimreise auf: „Ich glaube, es gehen drei Flüge am Tag. Sie sollen nach Hause fliegen. Geht nach Hause, demonstriert zu Hause, macht euer Ding!“
Starker Tobak – aber längst nicht alles: „So wie die Mannschaft spielt, sind wir in den nächsten zwei Spielen besser dran, wenn Fans aus Lettland da sind.“
Dass die Fans ihre Kritik auf die DEB-Bosse beschränkt und das Team von der ersten bis zur letzten Minute lautstark angefeuert hatten, ging wohl am Bundestrainer vorbei, der sich nun leider auch noch auf das Niveau seiner Funktionäre begibt.
Die Chancen auf das WM-Viertelfinale und die direkte Olympia-Qualifikation sind vor den Spielen gegen Gastgeber Kanada und Lettland auf ein Minimum gesunken. Das deutsche Eishockey gibt weiter ein mehr als trauriges Bild ab.
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