Maldini: Bärenstark beim Abschied
Milans Kapitän zum letzten und 159. Mal in Europa
Als in der 84. Minute das Tor zum 1:0 für den FC Arsenal fiel, war eine Ära beendet. Zwar blieb es bis zum Ende des Spiels ergebnismäßig spannend, doch war allen im Giuseppe-Meazza-Stadion klar, dass dieser AC Milan den extrem spritzigen "Gunners" nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Das Duell zwischen der routiniertesten Garde Europas und Arsenals jungen Hochgeschwindigkeits-Fußballern sah einen verdienten Sieger.
Damit war der kontinentale Titelträger wie in den vorangegangenen Jahren auch im Achtelfinale der Champions League mit einem 0:2 ausgeschieden – 2006 erwischte es den FC Barcelona, 2005 den FC Liverpool und 2004 den FC Porto.
Und doch hatten die 81.879 Zuschauer in San Siro ein feines Gespür für die Situation ihrer Mannschaft. Ab dem Zeitpunkt des Rückstandes feierten die Tifosi der "Rossoneri" ihre Mannschaft, die sprichwörtlich aus dem letzten Loch pfiff. Applaus für eine Mannschaft, die in den vergangenen Jahren zur absolut ersten Sahne gehörte. Dass die Zuschauer auch dem FC Arsenal Beifall klatschten, verlieh dem ganzen eine besondere Note.
Milan spielte im Europapokal zwar nicht immer schön, doch wussten die Nestas, Gattusos, Pirlos und Inzaghis immer, was zu tun war, um in Europa mit seiner vermaledeiten Auswärtstor-Regel zu bestehen. Auswärts unentschieden, zu Hause gewinnen, am besten zu Null - das war die Norm bei Milan, die im vergangenen Jahr zum Titel reichte. 2005/06 scheiterte die Ancelotti-Elf im Halbfinale am späteren Sieger FC Barcelona, 2004/05 verlor sie das denkwürdige Finale gegen den FC Liverpool nach einer 3:0-Führung im Elfmeterschießen. 2002/03 setzten sie sich im Endspiel gegen Juventus durch.
Für einen war das Ausscheiden am Dienstagabend gegen Arsenal ein tiefer Einschnitt. Paolo Maldini absolvierte gegen die Wenger-Elf sein letztes von insgesamt 159 Spielen im Europapokal. Dabei war er, der fast 40-Jährige, gegen Arsenal noch der mit Abstand beste Spieler seiner Elf. "Hätten alle seinen Biss gehabt, hätte es vielleicht gegen Arsenal klappen können", sagt kicker-Korrespondent Oliver Birkner über einen der letzten Granden des europäischen Klubfußballs. Maldini band den flinken Eboué, half gegen Adebayor in der Mitte aus, stopfte Löcher gegen die hängende Spitze Hleb und hätte im ersten Abschnitt beinahe ein Kopfballtor erzielt, doch Fabregas schlug den Ball auf der Linie weg.
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