Ein Blick zurück auf die Gruppenphase
Zitat:
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Der Verlauf eines Fussballspiels kann von vielen verschiedenen Faktoren abhängen: ein glücklicher Aufsetzer, das nötige Quäntchen Glück, ein Spieler, der wieder zu Hochform aufläuft, Fans, die wie der 12. Mann hinter ihrer Mannschaft stehen oder der eine geniale Moment. Aus diesem Grund wirft FIFA.com einen Blick zurück auf einige der denkwürdigsten Momente und aufsehenerregendsten Kehrtwendungen im Verlauf der gerade abgeschlossenen Gruppenphase bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kanada 2007.
In
Gruppe A, in der die Erwartungen praktisch auf den Kopf gestellt wurden, gelang den auf ganzer Linie enttäuschenden Gastgebern in drei aufeinander folgenden Niederlagen kein einziges Tor. Die Nachwuchskicker aus Kongo hingegen stellten sich als Glücksknaben heraus. Nachdem sie aus den ersten beiden Partien lediglich einen Punkt mitnehmen konnten, traten sie in Edmonton (Alberta) zu ihrem letzten Gruppenspiel gegen Kanada an und mussten unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf ein Weiterkommen zu haben. Im Commonwealth-Stadion, das Platz für 60.000 Zuschauer bietet, musste sich so mancher von Kopf bis Fuß in rot gekleideter Kanada-Fan in Sicherheit bringen, als ein plötzlicher Wolkenbruch das Fussballfest zu stören begann. Aber die kongolesischen Fans, die in Scharen zu diesem entscheidenden Spiel geströmt waren, schienen fast nicht zu bemerken, dass über dem Stadion ein Wolkenbruch fast biblischen Ausmaßes niederging. Sie sangen und tanzten auf den Betontribünen und peitschten ihre pfeilschnellen jungen Helden auf dem Rasen zu einem 2:0-Sieg. Jeder, der am 8. Juli bei dieser Partie dabei war, wird sich noch lange an diesen denkwürdigen Erfolg erinnern, an die wie entfesselt singenden und tanzenden Fans und auch an den enttäuschenden Auftritt der Kanadier, die als bislang einziger Gastgeber in die Geschichte der U-20-WM eingehen, der kein einziges Tor erzielen konnte.
Die Sambier mussten auf bei ihrer Auftaktpartie in
Gruppe B auf ihren Flügelspieler Clifford Mulenga verzichten, der vor der Endrunde viele Vorschusslorbeeren bekommen hatte. Und es schien, dass die Mannschaft diesen Verlust nicht kompensieren konnte, denn gegen den Fussballzwerg Jordanien sprang nur ein 1:1-Unentschieden heraus. Nachdem er seine Klubpflichten in Südafrika erfüllt hatte und schließlich doch noch zu seinem Team stoßen konnte, peitschte der kleingewachsene Wirbelwind seine aufopfernd spielende Mannschaft gegen die europäische Großmacht Spanien immer wieder nach vorn und musste den sicher geglaubten Punktgewinn nur Sekunden vor dem Abpfiff doch noch abgeben und dem Europameister den Sieg überlassen. Trotz der Niederlage konnte Mulenga am Ende doch noch mit seinen Mannschaftskameraden jubeln, als die "Underdogs" in ihrem letzten Gruppenspiel gegen Uruguay einen überraschenden Sieg einfuhren und somit das Versprechen doch wahr machten, dass Mulenga vor dem Spiel abgegeben hatte: "Uruguay ist ein gutes Team. Wir haben sie schon spielen gesehen. Aber wir werden trotzdem auf jeden Fall gewinnen." Ein 2:0-Erfolg genügte den Sambiern zum Einzug ins Achtelfinale, zu dem Mulengas Elfmeter in der 22. Spielminute in einem nicht unerheblichen Maße beigetragen hatte.
Manchmal verwandelte sich bei den Spielen der
Gruppe C das National Soccer-Stadion in Toronto in "Klein-Lissabon". Vertreter der großen portugiesischen Gemeinde waren in Massen herbeigeströmt, um ihre Helden von der anderen Seite des Atlantiks zu unterstützen. Nach einer nervenaufreibenden und torlosen ersten Halbzeit in der Auftaktpartie gegen Neuseeland waren die sonst so lautstarken Fans verstummt, als Jungstar und Mannschaftskapitän Bruno Gama einen Freistoß eiskalt im Winkel versenkte. Die Jubelschreie der Fans nach diesem herrlich gezirkelten Freistoßtreffer waren so ohrenbetäubend wie kein anderer Torjubel, den man bei dieser Endrunde oder irgendeinem anderen Endrundenturnier je gehört hatte. Es war wie ein Befreiungsschlag für die leidenden Fans, die sich so sehr den Sieg ihrer Jungs wünschten. Und für Gama war es die Bestätigung der Vorschusslorbeeren, die er nicht erst seit seiner Ankunft in Kanada von allen Seiten erhält.
In
Gruppe D konnten die Fans einige unglaubliche Momente im Olympiastadion von Montreal miterleben. Die tapfere, aber am Ende doch fruchtlose Aufholjagd der Republik Korea gegen die übermächtigen Brasilianer war jedoch die wohl erstaunlichste Darbietung. Nachdem die Koreaner schon mit 0:3 zurückgelegen hatten, brachte der erst spät eingewechselte Shin Yough Rok wieder Leben ins Spiel, denn obwohl er sich nach einem Ellbogencheck einen Nasenbruch zugezogen hatte, traf er nur vier Minuten vor Spielende aus knapp 12 Metern zum 2:3-Anschlusstreffer. Die letzten Minuten der Partie waren so spannend und aufregend wie keine andere Schlussphase eines Fussballspiels zuvor. Aber die Koreaner, die mit den besten und unterhaltsamsten Fussball dieser Endrunde gezeigt haben, konnten das Spiel am Ende nicht mehr drehen und mussten ihre Koffer schon nach der Vorrunde packen.
Panama trat bei seiner dritten Teilnahme an einer FIFA U-20-WM in Folge mit der Hoffnung an, endlich den ersten Punkt bei einer Endrunde holen zu können. Da der Gegner im Auftaktmatch der
Gruppe E am 30. Juni in Ottawa WM-Debütant Korea DVR hieß, waren die Panamaer fest überzeugt, den ersten Punktgewinn zu schaffen. Angespornt durch das 16-jährige Ausnahmetalent und Nationaltorhüter Luis Mejia, der zum besten Spieler des Spiels gewählt wurde und der die schnellen Angriffe der Koreaner ein ums andere Mal abwehrte, konnten die Panamaer nach 90 Minuten ein hart erkämpftes 0:0-Unentschieden und damit den ersehnten Punktgewinn feiern. Danach gab es allerdings für die Schützlinge von Julio Dely Valdes nichts mehr zu feiern, und so traten sie nach der Vorrunde die Heimreise an.
In
Gruppe F gab es ebenfalls aufregende Momente und Nervenkitzel in Hülle und Fülle. Absoluter Höhepunkt war der letzte Schuss der Costa-Ricaner in ihrem letzten Gruppenspiel gegen Schottland. Es stand 1:1, doch die Ticos brauchten unbedingt einen Sieg, um sich noch Hoffnungen auf den Sprung in die nächste Runde machen zu können. Durch den verschwenderischen Umgang mit ihren Torchancen machten sie sich selbst das Leben schwer. Während die Schotten sich offenbar mit dem Ausscheiden abgefunden hatten, gelang es den Mittelamerikanern nicht, eine der zahlreichen Gelegenheiten zum Siegtreffer zu nutzen. Erst der buchstäblich letzte Schuss der Partie brachte die Entscheidung. Jonathan Mc Donald, der Mann mit dem seltsam schottisch klingenden Namen, setzte sich im gegnerischen Strafraum durch und hämmerte den Ball mit einem satten Schuss ins schottische Netz, was die Fans Costa Ricas zu Begeisterungsstürmen hinriss. Allerdings endete die Freude nach diesem Spiel, denn nach der Endabrechnung am letzten Vorrundenspieltag reichten diese drei Punkte gegen Schottland nicht aus, um die nächste Runde zu erreichen und die Costa-Ricaner mussten die Heimreise antreten.
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Ole hier kommt der BVB, Ole hier kommt der BVB