'Purer Egoismus'
FC Bayern erwägt Ausstieg aus G 14
27.11.2006
Das Gründungsmitglied FC Bayern München erwägt aus Unzufriedenheit über den Zustand der „G 14“ einen Rückzug aus der Vereinigung der europäischen Fußball-Großvereine. Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge stellte am Montag in einem Interview mit dem Fachmagazin „kicker“ die „Sinnhaftigkeit“ der inzwischen 18 Klubs umfassenden Gruppierung in Frage und fand stattdessen positive Worte für die internationalen Dachverbände FIFA und UEFA, mit denen die G 14 seit Jahren im Streit liegt.
„Ich muss die Zukunft der G 14 in Frage stellen“, verkündete Rummenigge und verriet, dass der FC Bayern ernsthaft überlege, „ob es noch sinnvoll ist, weiter in der G 14 zu bleiben“. Der frühere Nationalspieler beklagt, dass in der Interessenvertretung „purer Egoismus“ die gemeinsamen Ziele verdrängt habe. „Jeder in der G 14 denkt doch nur an sich“, wetterte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters: „Es gibt wenige Gemeinsamkeiten zwischen den Klubs.“
Kein fairer sportlicher Wettbewerb
Rummenigge beklagt eine „extreme Schieflage“ des Fußballs, weil Klubführer wie der russische Milliardär Roman Abramowitsch beim FC Chelsea mit ihren Millionen-Investitionen einen fairen sportlichen Wettbewerb zerstörten. Insofern sei es „ein Wunder“, dass Werder Bremen in der Champions League sportlich in der Gruppe mit Titelverteidiger FC Barcelona und Chelsea so gut mithalte.
„Und wenn die Bremer gegen Barca weiterkommen, ist es das achte Weltwunder“, meinte Rummenigge, der glaubt, dass in den nächsten zehn Jahren kein Bundesligist mehr ein Europapokal-Endspiel erreichen wird.
Rummenigge plädiert für Gehaltsobergrenze
Rummenigge sprach sich erneut für einen „Salary cap“, eine Gehaltsobergrenze, aus und hofft, dass die Europäische Union (EU) zum Beispiel die finanziellen „Exzesse“ eines Abramowitsch stoppt. Hilfe erhofft er sich neben der EU auch von der Europäischen Fußball-Union (UEFA): „Dort hat man verstanden, dass es im Fußball keinen Wettbewerb mehr gibt.“ Auch mit dem von Rummenigge in der Vergangenheit häufig massiv angegriffenen FIFA-Chef Joseph Blatter müsse man das Gespräch suchen.
Die G 14 ist offiziell vor sechs Jahren gegründet worden. Zuvor gab es seit Beginn der 90er-Jahre informelle Treffen von zunächst acht Klubs, darunter dem FC Bayern. Inzwischen umfasst die Vereinigung 18 Vereine, darunter aus der Bundesliga neben den Bayern noch Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen.
Quelle
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FC Bayern erwägt Ausstieg aus G 14
27.11.2006
Das Gründungsmitglied FC Bayern München erwägt aus Unzufriedenheit über den Zustand der „G 14“ einen Rückzug aus der Vereinigung der europäischen Fußball-Großvereine. Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge stellte am Montag in einem Interview mit dem Fachmagazin „kicker“ die „Sinnhaftigkeit“ der inzwischen 18 Klubs umfassenden Gruppierung in Frage und fand stattdessen positive Worte für die internationalen Dachverbände FIFA und UEFA, mit denen die G 14 seit Jahren im Streit liegt.
„Ich muss die Zukunft der G 14 in Frage stellen“, verkündete Rummenigge und verriet, dass der FC Bayern ernsthaft überlege, „ob es noch sinnvoll ist, weiter in der G 14 zu bleiben“. Der frühere Nationalspieler beklagt, dass in der Interessenvertretung „purer Egoismus“ die gemeinsamen Ziele verdrängt habe. „Jeder in der G 14 denkt doch nur an sich“, wetterte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters: „Es gibt wenige Gemeinsamkeiten zwischen den Klubs.“
Kein fairer sportlicher Wettbewerb
Rummenigge beklagt eine „extreme Schieflage“ des Fußballs, weil Klubführer wie der russische Milliardär Roman Abramowitsch beim FC Chelsea mit ihren Millionen-Investitionen einen fairen sportlichen Wettbewerb zerstörten. Insofern sei es „ein Wunder“, dass Werder Bremen in der Champions League sportlich in der Gruppe mit Titelverteidiger FC Barcelona und Chelsea so gut mithalte.
„Und wenn die Bremer gegen Barca weiterkommen, ist es das achte Weltwunder“, meinte Rummenigge, der glaubt, dass in den nächsten zehn Jahren kein Bundesligist mehr ein Europapokal-Endspiel erreichen wird.
Rummenigge plädiert für Gehaltsobergrenze
Rummenigge sprach sich erneut für einen „Salary cap“, eine Gehaltsobergrenze, aus und hofft, dass die Europäische Union (EU) zum Beispiel die finanziellen „Exzesse“ eines Abramowitsch stoppt. Hilfe erhofft er sich neben der EU auch von der Europäischen Fußball-Union (UEFA): „Dort hat man verstanden, dass es im Fußball keinen Wettbewerb mehr gibt.“ Auch mit dem von Rummenigge in der Vergangenheit häufig massiv angegriffenen FIFA-Chef Joseph Blatter müsse man das Gespräch suchen.
Die G 14 ist offiziell vor sechs Jahren gegründet worden. Zuvor gab es seit Beginn der 90er-Jahre informelle Treffen von zunächst acht Klubs, darunter dem FC Bayern. Inzwischen umfasst die Vereinigung 18 Vereine, darunter aus der Bundesliga neben den Bayern noch Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen.
Quelle
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