Irrer Streit ums erste Tor
Ich war’s! Nein, ich war’s! Ja, was denn nun? Wer hat denn nun den ersten deutschen Treffer erzielt? Irre, dieser schöne Tore-Streit zwischen Kevin Kuranyi und Lukas Podolski.
Offiziell hieß es: Schalkes Torjäger habe das 0:1 per Kopf erzielt. Doch damit wollte sich Poldi nicht abfinden. Als echter Torjäger lässt man sich doch einen Treffer nicht klauen. Der 21-Jährige Superstar verließ als letzter Spieler die deutsche Kabine der Prager Toyota-Arena.
Erstens musste er zur Doping-Probe, zweitens sah er sich am Fernseher noch einmal ganz intensiv die Szene vor dem Tor an: „Ich war mit dem Hinterkopf noch dran, was soll ich lügen. Ich dachte – -ZENSIERT-, warum hast du ihn berührt, weil ich dachte, ich hätte im Abseits gestanden“, plauderte er munter drauflos.
Also war es doch Poldis Treffer. Es wäre bereits Tor Nummer 23 im 38. Länderspiel – eine atemberaubend gute Quote des Ex-Kölners. Aber da war ja noch Kuranyi. Auch der Schalker beanspruchte den Treffer selbstverständlich für sich.
„Ich denke, dass ich das Tor geköpft habe.“ Aber Poldi sagte, er habe da etwas gespürt, Herr Kuranyi. Der lächelte und räumte ganz spendabel ein: „Eigentlich ist es doch ganz egal, wem das Tor gehört. Die Hauptsache ist doch, dass die Mannschaft gewonnen hat.
Der Bundestrainer nahm den „Tore-Streit“ mit Humor auf. „Anderthalb Tore waren es von Kevin auf jedem Fall.“ Und Manager Oliver Bierhoff, selbst jahrelang auf Torejagd, flachste: „Sie müssen die Stürmer fragen, wer das Tor erzielt hat. Eine ehrliche Antwort werden sie aber nicht bekommen."
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