Sicherheit bei der WM 2010 in Südafrika: Mord und Terror?
WM in Südafrika: Mord und Terror?
Die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika bereitet vielen Menschen große Sorgen. Angesichts der Tatsache, dass es landesweit im Schnitt 50 Morde täglich gibt, kann man solche Bedenken auch sehr gut verstehen. Begonnen haben diese Sorgen mit dem Raubmord an Peter Burgstaller, der am Rande der Qualifikations-Auslosung in Durban im November 2007 erschossen wurde. Doch diese WM birgt noch weitere Gefahren. So habe laut irakischen Sicherheitskreisen, das Terrornetzwerk Al Kaida ein Auge auf die Weltmeisterschaft geworfen. Hinzu kommen noch der Mord an dem Rechtextremisten Eugene Terreblanche, der die Befürchtungen nährt, es könne während dem Turnier zu Rassenunruhen führen, und der Anschlag auf den Bus der togoischen Nationalmannschaft vor dem Afrika-Cup im Januar. All das sind keine guten Voraussetzungen für eine schöne und vor allem sichere WM.
Kein Platz für Zweifler
Doch FIFA-Boss Joseph Blatter verbittet sich solche Gedanken: „Niemand muss zweifeln. Die Sicherheit der WM-Besucher ist gewährleistet. Es ist einfach völlig falsch zu sagen, dass Südafrika zu gefährlich sei, wenn jedes Jahr elf Millionen Touristen gerne in dieses Land fahren. Das ist einfach der falsche Ansatz.“
Einer der größten Kritiker kommt vom deutschen Rekordmeister FC Bayern. Der Vereinspräsident Uli Hoeneß hielt die WM-Vergabe nach Südafrika schon „immer für falsch“ und bezeichnete sie als „eine der größten Fehlentscheidungen“ Blatters. Man kann Uli Hoeneß sehen wie man will, aber in diesem Punkt scheint er nicht ganz falsch zu liegen, zumal er auch nicht der Einzige ist, der Bedenken äußert.
Gefahr trotz großem Polizeiaufgebot
Denn von erwarteten 500 000 Besuchern, kommen wahrscheinlich „nur“ 350 000 Gäste aus dem Ausland. Während es in südafrikanischen Sicherheitskreisen heißt, dass diese Differenz aufgrund der weltweiten Finanzkrise zustande kommt, ist es doch offensichtlich, dass sich viele Menschen – trotz des Einsatzes von 41 000 Polizisten – fürchten, die WM auf dem schwarzen Kontinent zu verfolgen. Obwohl der südafrikanische Polizeipräsident Bheki Cele zuversichtlich ist, „dass wir eine sichere WM austragen“ und man bereit sei, „mit jeder Eventualität fertig zu werden“, räumte auch er ein, dass „es Gegenden gibt, die gemieden werden sollten, zum Beispiel die Townships und die Rotlichtbezirke der großen Städte.“
Um das zu gewährleisten, sollen die Fangruppen offizielle „Korridore“ gar nicht erst verlassen und den Weg unter Polizeischutz vom Hotel ins Stadion auf direktem Weg zurücklegen.
Hartes Vorgehen gegen Kriminalität
Das Thema Korruption ist in Südafrika ein bekanntes, aber leider ungelöstes Problem. Das nun härtere Vorgehen auch in Bezug auf die WM, hat aber dennoch Schattenseiten. Im Jahr 2009 wurden 556 Menschen durch eine Polizeikugel getötet, darunter auch ein dreijähriger unschuldiger Junge aus Johannesburg. Im Vergleich zum Vorjahr stieg diese Zahl um 136 Personen. Doch auch das war abzusehen, als Cele im Januar in Port Elizabeth eine neue Spezialeinheit mit den Worten „Tot oder lebendig, für die Ganoven ist es das Ende des Weges“, vorstellte.
Sogar das Auswärtige Amt in Berlin empfiehlt, die Innenstädte von Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt nach Geschäftsschluss ebenso zu meiden wie Fahrten mit Vorortszügen oder Township-Besuche ohne ortskundigen Führer. Und auf keinen Fall, solle man bei Überfällen Widerstand leisten.
Das sind ja rosige Aussichten für die WM-Besucher. Man kann nur hoffen, dass sich diese Hinweise und Empfehlungen als nutzlos erweisen und dass diese erste Weltmeisterschaft in Afrika nicht die letzte dort sein wird. Man darf – leider – gespannt sein.

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