Lukas Podolski: Der Abstieg des Prinzen

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Lukas Podolski: Der Abstieg des Prinzen

Vor vier Jahren begann der junge Kölner Spieler Lukas Podolski zusammen mit Bastian Schweinsteiger bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land für Furore zu sorgen. Während “Schweini” mittlerweile zu einem verantwortungsbewussten und gereiften Mittelfeldakteur beim FC Bayern geworden ist, scheint es so, als ob Prinz Poldi sein verspieltes Image, das zweifelsohne noch an ihm haftet, nie los wird. Der 2006 noch als bester Nachwuchsspieler der WM ausgezeichnete gebürtige Pole hinkt seiner Form zur Zeit hinterher. Beim FC Bayern nicht mehr gebraucht, heuerte Podolski bei seinem alten Verein, dem 1. FC Köln, wieder an. Doch anstatt 34 Tore in 34 Spielen zu erzielen, kam er nur auf ganze zwei Buden in 27 Ligaspielen. Zugegeben, der Erwartungsdruck war immens, doch von einem Spieler mit solchem Potential, muss und kann man getrost mehr erwarten.

Löw baut auf Podolski

Während ihm der frühere Nationaltorwart Uli Stein sogar Faulheit unterstellt, nimmt Löw den 24-jährigen Stürmer in Schutz. Mehr noch, er lobt ihn in den Himmel. „Er ist engagiert, bis in die Haarspitzen motiviert und auch körperlich in einem sehr guten Zustand. Lukas wird bei der WM explodieren. Er hat viel Dynamik und viel Drang zum Tor“, bezeugte der Nationaltrainer. Das liest sich, abgesehen vom Namen, zwar eher wie die Beschreibung von Lionel Messi oder Wayne Rooney, dennoch kann man Joachim Löw sehr gut verstehen.

Poldi ist verdienter Nationalspieler

Denn so fragwürdig seine Leistungen in der Bundesliga erscheinen, so abgezockt und wichtig ist er bei die Nationalmannschaft. Erst letztens konnte er das unter Beweis stellen. Beim 3:0 gegen Malta bereitete er zwei Tore vor und beim zweiten Testspiel gegen den italienischen Drittligisten FC Südtirol konnte er ebenfalls zwei Scorerpunkte verbuchen. Mit 37 Treffern im Nationaldress und jeweils drei Toren in den letzten beiden großen Turnieren, gehört er zusammen mit Miroslav Klose zu den besten deutschen Spieler, die das Land zur Zeit zu bieten hat. Natürlich nur gemessen an den Länderspielen, sonst sähe die Sache ganz anders aus.

Der Kölner zeigt sich selbstbewusst

„Ich will das umsetzen, was ich in den letzten Turnieren gezeigt habe“, so Podolski. Der interessierte Leser wird sich fragen, warum es bei dem 24-jährigen zu solch großen Leistungsdifferenzen zwischen Bundesliga und Nationalmannschaft kommt. Auch dafür hat Podolski eine Erklärung. Er sieht das Problem beim Coach, denn „für jeden Spieler ist es wichtig, das Vertrauen des Trainers zu spüren.“ Jogi Löw scheint ihm dieses Vertrauen entgegenzubringen, denn nach der Auswechslung Arne Friedrichs im Spiel gegen Südtirol, übernahm Poldi sogar das Amt des Kapitäns. Nichtsdestotrotz beansprucht er auf keinen Fall die Kapitänsbinde. „Das brauche ich nicht, ich merke auch so, dass mein Rat gefragt ist“, erläuterte der Ex-Bayer.

Ballack-Ausfall bietet auch Chancen

Den Ausfall Michael Ballacks, der im FA-Cup Finale von Kevin-Prince Boateng brutal gefoult wurde, sieht der Kölner Stürmer zweigeteilt. Obwohl Podolski ihn in der WM-Qualifikation in Wales auf dem Platz geohrfeigt hatte, was die Autorität des DFB-Kapitäns etwas untergraben hat, sagt er, dass „Ballack unser Leader war und ist, und er immer die Persönlichkeit bei uns war.“
Dennoch kann er dem schmerzlichen Verlust auch etwas positives abgewinnen: „Dieser Ausfall kann aber auch eine Chance für unsere vielen jüngeren Spieler sein, die nun über sich hinauswachsen müssen.“

Am Samstag, wenn es gegen Ungarn geht, kann Podolski wiedermal beweisen wie wertvoll und wichtig er für das DFB-Team ist. Gegen die Südosteuropäer absolvierte Poldi am 6. Juni 2004 übrigens sein ersten Länderspiel.
Bleibt nur zu hoffen, dass es zu der von Joachim Löw angekündigten Explosion des kölschen Prinzen kommt.






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Abgelegt unter : Fussball-News
von Fussball-Blog
am 25. Mai 2010
um 18:20 Uhr
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