Halil Altintop fühlt sich im neuen System pudelwohl
1:5 gegen Werder Bremen und 5:0 gegen den FC Energie Cottbus - auch wenn die beiden Ergebnisse etwas anderes vermuten lassen: Die spielerische Leistung der Knappen war sowohl an der Weser als auch drei Tage später in der VELTINS-Arena stark verbessert im Vergleich zu den Vorwochen. Nicht nur für Halil Altintop liegt der Grund dafür in einer Veränderung des Spielsystems.
Agierten die Königsblauen beim mühsamen 1:0-Heimsieg gegen den FC Hansa Rostock noch mit einem Vierer-Mittelfeld und zwei klassischen Spitzen, so treten sie seit dem Auswärtsspiel in Bremen mit einem 4-2-3-1-System an. Vor den beiden Sechsern (Jones sowie Ernst) und hinter dem Stoßstürmer Kevin Kuranyi belebten Albert Streit (rechts), Halil Altintop (Mitte) und Vicente Sanchez (links) das Offensivspiel der Knappen.
Mit seiner neuen Rolle ist der türkische Nationalspieler sehr zufrieden. "Ich komme gerne aus dem Mittelfeld und kann so zum Beispiel mit Tempo den Abschluss suchen." Auch seinen beiden Partnern in diesem System würde die neue Anordnung gut tun. "Dort können sie ihre Stärken ausspielen. Man darf nicht vergessen, dass beide - allerdings aus unterschiedlichen Gründen - erst im Verlauf der Rückrunde zu ihrer Form gefunden haben." Streit plagte sich lange mit den Folgen einer Meniskus-Operation im Dezember 2007 herum; Sanchez musste sich nach dem Wechsel im Winter von Mexiko nach Deutschland erst einmal akklimatisieren.
Trotz des neuen Offensivschwungs warnt Altintop davor, den Kantersieg gegen Cottbus überzubewerten. "Die drei Tore vor der Halbzeit haben uns in die Karten gespielt. Dann kam die Sicherheit bei uns und die Unsicherheit bei denen. Wir konnten befreit aufspielen."
Vor diesem Hintergrund ist es logisch, dass der 25-Jährige den Erfolg gegen die Lausitzer nicht allein am Trainerwechsel festmachen will. "Ich weiß nicht, ob es damit was zu tun hat." Immerhin habe die Mannschaft nur ein komplettes Training unter dem Duo Mike Büskens/Youri Mulder absolviert. Auf der anderen Seite wollte Schalkes Nr. 19 nicht verneinen, dass eine Veränderung auf dieser Position immer eine Reaktion nach sich zieht. "Die beiden sind ganz andere Typen als ihr Vorgänger. Da bleibt eine andere Ansprache nicht aus."
Wie erfolgreich dieser Schritt letztlich sein wird, so Altintop weiter, würden erst die Ergebnisse in den kommenden Wochen zeigen. Nicht zuletzt das nächste Spiel sei von entscheidender Bedeutung: Am Samstag (26.4.) treten die Schalker beim Hamburger SV mit Coach Huub Stevens an. "Lehrmeister gegen ehemalige Schüler: Das wird sicherlich interessant", freut sich Halil Altintop schon jetzt.
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