Traditionsklub DEG
Das Eis-Grab
Von UWE BÖDEKER und OTTO KRAUSE
Düsseldorf – Die Kölner Haie schwimmen momentan auf der Erfolgswelle, haben jede Menge Geld auf dem Konto (850.000 Euro Ablöse für Torhüter Travis Scott) und eine Mannschaft, die stark genug für den Titel ist.
Nur wenige Kilometer rheinabwärts liegt dagegen alles in Trümmern. Gehen in Düsseldorf womöglich die Lichter aus?
Der große EXPRESS-Report über den kölschen Erzrivalen. Vor der Saison hat Manager Lance Nethery mit einem Rekord-Etat den großen Titel-Angriff geplant.
4,5 Millionen Euro wurden in die DEG-Mannschaft investiert. Mit Slavomir Lener (Tschechien) wurde ein Weltmeister-Trainer eingestellt. Zudem wurde eine teure Werbe-Kampagne gestartet.
Das Ergebnis nach 33 Spielen: Lener ist gefeuert, die DEG droht die Pre-Playoffs (mindestens Platz zehn) zu verspielen, der Zuschauerschnitt sinkt nach zuletzt sieben Niederlagen in acht Spielen auf 5.500 Zuschauer (kalkuliert wurde mit 7.000 Fans).
Der neue Dome wird zum Eis-Grab. Stattdessen pilgern immer mehr Düsseldorfer zu den Heimspielen der Regionalligamannschaft in die altehrwürdige Brehmstraße (bis zu 1.000 Zuschauer, Tendenz steigend).
Nethery (Manager und Trainer in einer Person) wirkt ratlos, im Gegensatz zu Lener (1,57 Punkte) holt er im Schnitt nur einen Punkt pro Spiel: „Wenn ich das Gefühl habe, es geht nicht weiter, werde ich mich selber entlassen und einen neuen Trainer holen.“
Dafür wird jetzt schon gespart: Bei Auswärtsspielen sind keine Hotelübernachtungen mehr drin, und die zweite Mannschaft darf aus Kostengründen (bis zu 800.000 Euro pro Saison) wohl nicht in die Oberliga aufsteigen.
Kölns Geschäftsführer Thomas Eichin schaut mitleidig rüber: „Es wurden sehr viele Fehler gemacht. Es waren nie Konzepte da, um den neuen Dome mit Zuschauern zu füllen und die Trainerentlassung war purer Aktionismus. Natürlich freue ich mich, dass wir punktemäßig so weit vor der DEG stehen, aber ich fände es schon besser, wenn die Halle dort voller wäre. Eishockey muss schließlich boomen.
Quelle Express.de
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