Daum straft Novakovic ab
Roda Antar lief in Richtung Eckfahne, begrub das Gesicht unter seinen Händen und sank ungläubig auf die Knie. Kurz zuvor hatte der Libanese mit einem spektakulären Fallrückzieher die Führung markiert und sein erstes Tor im FC-Dress erzielt (wie übrigens auch der zweite Torschütze, Nemanja Vucicevic).
"Ich bin von ganzem Herzen glücklich", fiel eine Zentnerlast vom Mittelfeldspieler, der ein Déjà-Vu erlebte: "Gegen Cottbus habe ich mal genauso ein Tor gemacht", erinnerte sich der 27-Jährige. Die Zuschauer der ARD-Sportschau wählten den Treffer im September 2005 gar zum Tor des Monats.
Damaliger Augenzeuge war auch Kevin McKenna in Cottbus Innenverteidigung, der den abermaligen Genie-Streich nun aus anderer Perspektive erlebte. Der Kanadier lief überraschend im Sturmzentrum auf, da Milivoje Novakovic aus disziplinarischen Gründen nur auf der Bank saß. Einen konkreten Grund dafür nannte Christoph Daum nicht, er wollte seinem Wiederholungstäter lediglich einen erneuten "väterlichen Hinweis" geben, endlich mehr Struktur in sein Leben zu bringen.
Sportlich verpuffte das "McKenna-Experiment", immerhin bereitete der glücklose Kapitän das 2:0 vor. Da der Sieg aufgrund der schwachen zweiten Hälfte glücklich ausfiel, traf die Zusammenfassung von Manager Michael Meier den Kern. "Aufstiegs-Wehen", lautete dessen süffisanter Kommentar. Ein wichtiges Detail im Ergebnissport Fußball merkte Thomas Broich an: "Immerhin gewinnen wir diese Spiele inzwischen zu Hause."
Tatsächlich führt der FC die Heimtabelle an und liegt punktgleich hinter dem dritten Platz. Rodar Antar wertete seinen Treffer als "positives Zeichen" im Aufstiegskampf und verdeutlicht seine Prioritäten eindrucksvoll, indem er am Mittwoch auf die WM-Qualifikation des Libanon verzichtet: "Ich möchte den langen Flug umgehen und mich voll auf den FC konzentrieren." Die knapp 200 Kilometer nach Offenbach wird er dafür gerne in Kauf nehmen.
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